# Adam und Eva

_Retold by Talerie (talerie.com) from Lutherbibel 1912_ · 6 min read · ages 5+

Gott formt Adam aus Erde und baut ihm im Garten Eden aus einer Rippe eine Frau, die sich von der Schlange überlisten lässt, vom Baum der Erkenntnis isst und Adam davon gibt. Gott macht beiden Kleider aus Fellen und schickt sie hinaus, und Cherubim mit einem flammenden Schwert bewachen den Weg zum Baum des Lebens.

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Als Gott Himmel und Erde gemacht hatte, wuchs auf dem Land noch kein Strauch und kein Kraut. Gott hatte es noch nicht regnen lassen, und es gab auch keinen Menschen, der den Boden bebaute. Nur ein feiner Nebel stieg aus der Erde auf und machte alles Land feucht.

Da nahm Gott Erde vom Boden und formte daraus einen Menschen. Dann blies Gott ihm den Atem des Lebens in die Nase, und so wurde der Mensch lebendig. Das war Adam, der erste Mensch.

Im Osten, in Eden, pflanzte Gott einen Garten und setzte Adam hinein. Er ließ dort allerlei Bäume aus der Erde wachsen, schön anzusehen und voller Früchte, die gut zu essen waren. Mitten im Garten standen zwei besondere Bäume: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Ein Strom floss aus Eden heraus und bewässerte den ganzen Garten.

Adam sollte den Garten pflegen und behüten. Gott sagte zu ihm: „Von allen Bäumen im Garten darfst du essen. Nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen. An dem Tag, an dem du davon isst, musst du sterben.“

Dann sagte Gott: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Gefährtin machen, die zu ihm passt.“

Aus der Erde hatte Gott alle Tiere auf dem Feld und alle Vögel am Himmel gemacht. Nun brachte er sie zu Adam, denn er wollte sehen, wie Adam sie nennen würde, und jedes sollte so heißen, wie Adam es nannte. Sie kamen eins nach dem anderen, große und kleine, und Adam gab jedem Tier und jedem Vogel seinen Namen. Aber unter ihnen allen war keines, das zu ihm passte.

Da ließ Gott einen tiefen Schlaf über Adam kommen. Während er schlief, nahm Gott eine seiner Rippen heraus und schloss die Stelle wieder mit Fleisch. Aus der Rippe baute er eine Frau und brachte sie zu Adam.

Adam rief: „Endlich! Sie ist Knochen von meinen Knochen und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen, denn aus dem Mann ist sie genommen.“

Darum verlässt ein Mann Vater und Mutter und hält zu seiner Frau, und die beiden werden eins.

Adam und seine Frau waren beide nackt, und sie schämten sich nicht.

Die Schlange aber war listiger als alle anderen Tiere, die Gott gemacht hatte. Eines Tages sagte sie zu der Frau: „Hat Gott wirklich gesagt, ihr dürft von keinem Baum im Garten essen?“

Die Frau antwortete: „Wir dürfen von den Früchten der Bäume im Garten essen. Nur über den Baum mitten im Garten hat Gott gesagt: ‚Esst nicht von seiner Frucht und rührt sie nicht an, sonst müsst ihr sterben.‘“

„Ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben“, sagte die Schlange. „Gott weiß genau: An dem Tag, an dem ihr davon esst, gehen euch die Augen auf. Dann werdet ihr wie Gott sein und wissen, was gut und böse ist.“

Die Frau betrachtete den Baum. Seine Früchte sahen köstlich aus, er war eine Freude fürs Auge, und es war verlockend, durch ihn klug zu werden. Da nahm sie von der Frucht und aß. Sie gab auch ihrem Mann davon, und er aß ebenfalls.

Im selben Augenblick gingen beiden die Augen auf, und sie merkten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich daraus Schurze.

Als es gegen Abend kühler wurde, hörten sie Gott im Garten umhergehen. Da versteckten sich Adam und seine Frau zwischen den Bäumen, damit Gott sie nicht sah.

Gott rief nach Adam: „Wo bist du?“

„Ich habe dich im Garten gehört und mich gefürchtet, weil ich nackt bin“, antwortete Adam. „Darum habe ich mich versteckt.“

„Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?“, fragte Gott. „Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem du nicht essen solltest?“

Adam sagte: „Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, hat mir von dem Baum gegeben, und ich habe gegessen.“

Da fragte Gott die Frau: „Was hast du da getan?“

„Die Schlange hat mich überlistet, und da habe ich gegessen“, sagte die Frau.

Nun wandte sich Gott an die Schlange: „Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein, mehr als alles Vieh und alle wilden Tiere. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Erde fressen, dein Leben lang. Ich setze Feindschaft zwischen dich und die Frau, zwischen deine Nachkommen und ihre Nachkommen. Sie werden dir den Kopf zertreten, und du wirst sie in die Ferse beißen.“

Zu der Frau sagte Gott: „Wenn du schwanger bist, wirst du große Beschwerden haben, und unter Schmerzen wirst du deine Kinder zur Welt bringen. Du wirst dich nach deinem Mann sehnen, und er wird über dich bestimmen.“

Zuletzt sagte Gott zu Adam: „Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gesagt habe: ‚Du sollst nicht davon essen‘, ist der Acker deinetwegen verflucht. Mühsam wirst du dich von ihm ernähren, dein Leben lang. Dornen und Disteln wird er dir wachsen lassen, und du wirst essen, was auf dem Feld wächst. Für dein Brot wirst du hart arbeiten und schwitzen, bis du zur Erde zurückkehrst, von der du genommen bist. Denn aus Erde bist du gemacht, und zu Erde wirst du wieder werden.“

Adam gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie sollte die Mutter aller Lebenden werden.

Gott machte Adam und Eva Kleider aus Fellen und zog sie ihnen an.

Dann sagte Gott: „Nun ist der Mensch geworden wie einer von uns und weiß, was gut und böse ist. Er darf nicht auch noch seine Hand nach dem Baum des Lebens ausstrecken, von seiner Frucht essen und ewig leben.“

So schickte Gott Adam aus dem Garten Eden hinaus, damit er draußen den Acker bebaute, aus dessen Erde er gemacht war. Östlich vom Garten stellte Gott die Cherubim auf und dazu ein flammendes Schwert, das sich nach allen Seiten drehte. Die Cherubim und das Schwert bewachten von nun an den Weg zum Baum des Lebens.

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## About this tale

Adam und Eva sind keine Märchenfiguren: Ihre Geschichte steht in der Bibel, im 2. und 3. Kapitel der Genesis. Mit der Genesis beginnt die Bibel. Wer diese Kapitel aufgeschrieben hat, sagt der Text selbst nicht. Unsere Nacherzählung folgt der Lutherbibel 1912.

Wir erzählen Genesis 2,4 bis 3,24 in heutigem Deutsch nach. Aus „Gott der HERR“ wird bei uns einfach Gott, aus der „Männin“ die Frau, und die vier Flüsse, in die sich der Strom aus Eden teilt, lassen wir weg. Die Geschichte beginnt, als es noch nicht geregnet hatte, und endet, als Gott Adam aus dem Garten schickt.

> Denn aus Erde bist du gemacht, und zu Erde wirst du wieder werden.
>
> 1. Mose 3,19, Lutherbibel 1912: Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

### Luthers Text von 1912 neben unserer Nacherzählung

|  | Lutherbibel 1912 | Unsere Nacherzählung |
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| Gottes Name | „Gott der HERR“ | „Gott“ |
| Stoff des Menschen | „aus einem Erdenkloß“ | aus „Erde vom Boden“ |
| Die Flüsse | Pison, Gihon, Hiddekel, Euphrat | „Ein Strom“, ohne Namen |
| Die Frau (2,23) | „Männin“ | „Frau“ |
| Kopf und Ferse | „Derselbe … ihn in die Ferse stechen“ | „Sie werden … sie in die Ferse beißen“ |
| Brot und Schweiß | „Im Schweiße deines Angesichts“ | „hart arbeiten und schwitzen“ |
| Das Schwert | „dem bloßen, hauenden Schwert“ | „ein flammendes Schwert“ |
| Ort der Cherubim | „vor den Garten Eden“ | „Östlich vom Garten“ |

### Was in unserer Nacherzählung geschieht

Gott formt den Menschen aus Erde, bläst ihm den Atem des Lebens in die Nase und setzt ihn in einen Garten in Eden. Von allen Bäumen darf Adam essen, nur nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Er gibt den Tieren ihre Namen, doch keines passt zu ihm. Da nimmt Gott ihm im Schlaf eine Rippe und baut daraus eine Frau. Die Schlange redet der Frau ein, sie würden nicht sterben, wenn sie von dem Baum äßen; da isst die Frau von der Frucht und gibt auch ihrem Mann davon. Danach merken die beiden, dass sie nackt sind, verstecken sich vor Gott und schieben die Schuld weiter. Gott verflucht die Schlange. Der Frau sagt er Schmerzen bei der Geburt voraus, Adam ein mühsames Leben auf dem Acker, den er Adams wegen verflucht. Adam und seine Frau selbst verflucht Gott nicht. Erst nach diesen Urteilen gibt Adam seiner Frau den Namen Eva. Gott macht ihnen Kleider aus Fellen und schickt Adam aus dem Garten. Bei Luther fällt der Name Adam übrigens erst dort, wo sich der Mann mit seiner Frau versteckt (Genesis 3,8); vorher nennt Luther ihn „den Menschen“. Der Satz „Das war Adam, der erste Mensch.“ stammt von uns, ebenso Adams Ausruf „Endlich!“.

Dass die beiden nackt waren und sich nicht schämten, sagt die Geschichte ganz schlicht. Auch Gottes drei Urteile stehen vollständig da, ohne dass wir etwas Erschreckendes hinzugefügt hätten.

### Die Arche Noah, die Frucht und die Schlange

Aus demselben Buch, nämlich aus den Kapiteln 6 bis 9 der Genesis, kommt „Die Arche Noah“, für die wir ebenfalls Luthers Text von 1912 zugrunde gelegt haben. Nach der Vertreibung erzählt die Genesis von den Söhnen, die Adam und Eva bekommen; unsere Nacherzählung endet dort, wo die Cherubim den Weg zum Baum des Lebens bewachen.

Von einem Apfel steht in der Geschichte nichts. Bei Luther ist nur von der Frucht des Baumes der Erkenntnis die Rede, und auch unsere Nacherzählung sagt nicht, was für eine Frucht es war. Die Schlange ist im Text ein Tier, listiger als alle anderen; als Teufel wird sie nirgends bezeichnet.

Sources (claims checked against them on 2026-11-02):
- Das 1. Buch Mose (Genesis), Lutherbibel 1912, 1. Mose 2,4–3,24; Text deu1912 bei eBible.org, gemeinfrei [our source] (https://ebible.org/Scriptures/deu1912_readaloud.zip)
- Wikidata Q1135949 (https://www.wikidata.org/wiki/Q1135949)

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- Source: Lutherbibel 1912 (eBible.org deu1912): 1. Mose 2,4–3,24 (https://ebible.org/Scriptures/deu1912_readaloud.zip)
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- License: CC0-1.0 (https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/)
