# Aladdin und die Wunderlampe

_Retold by Talerie (talerie.com) from Les Mille et Une Nuits, after Antoine Galland_ · 15 min read · ages 7+

Aladdin, ein Schneiderssohn, gewinnt mit der Wunderlampe die Prinzessin Badrulbudur; als der Zauberer sich die Lampe erschleicht und Badrulbudur samt Palast nach Afrika entführt, holt Aladdin beide zurück. Aladdin ersticht den als Fatima verkleideten Bruder des Zauberers und regiert nach dem Sultan mit der Prinzessin.

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In der Hauptstadt eines großen Königreichs in China lebte einst ein armer Schneider namens Mustafa. Sein Sohn Aladdin war faul und eigensinnig und trieb sich lieber mit den Gassenjungen herum, als die Nadel zu führen. Der Vater grämte sich darüber, bis er krank wurde und starb. Von da an spann die Mutter Baumwolle, um das Brot für sich und den Sohn zu verdienen.

Als Aladdin fünfzehn war, blieb ein Fremder stehen und sah ihm beim Spielen zu. Es war ein Zauberer aus Afrika. „Mein Sohn, ist dein Vater nicht Mustafa, der Schneider?“, fragte er.

„Ja, Herr, aber er ist schon lange tot.“

Da fiel ihm der Fremde schluchzend um den Hals. „Ich bin dein Onkel, der Bruder deines Vaters!“ Er schenkte Aladdin Geld, kam am Abend mit Wein und Früchten zur Witwe und küsste unter Tränen den Platz, wo Mustafa immer gesessen hatte. „Wundert Euch nicht, liebe Schwägerin, dass Ihr mich nie gesehen habt“, sagte er. „Vierzig Jahre war ich in fernen Ländern.“ Er versprach, Aladdin einen Laden mit feinen Stoffen einzurichten, und kaufte ihm ein prächtiges Gewand. Da glaubte auch die Mutter, dass er wirklich ihr Schwager war.

Am Freitag führte er Aladdin weit vor die Stadt in ein enges Tal zwischen zwei Bergen. Dort ließ er ihn ein Feuer machen, warf Räucherwerk hinein und murmelte Zauberworte. Die Erde bebte und tat sich auf, und darunter lag ein Stein mit einem Ring aus Bronze.

Aladdin wollte davonlaufen, doch der Zauberer gab ihm eine so harte Ohrfeige, dass Aladdin zu Boden fiel. Danach redete der Zauberer wieder sanft: „Fürchte dich nicht. Unter diesem Stein liegt ein Schatz, der dich reicher machen wird als alle Könige. Nur du darfst ihn berühren. Unten gehst du durch drei Säle voller Gold. Rühr nichts an, und streife mit deinem Gewand keine Wand, sonst bist du auf der Stelle tot. Dann kommst du in einen Garten. Dahinter brennt auf einer Terrasse eine Lampe. Lösch sie, gieß das Öl aus und bring sie mir.“ Dann steckte er ihm seinen Ring an den Finger. „Der schützt dich.“

Aladdin tat alles genauso und steckte die Lampe ein. Im Garten aber hingen an den Bäumen die wunderlichsten Früchte, weiß, rot, grün, blau und violett, glänzend wie Glas. Es waren Perlen, Rubine, Smaragde, Diamanten und Saphire. Aladdin hielt sie für buntes Glas, doch weil sie so schön leuchteten, stopfte er sich Taschen, Beutel und Schärpe damit voll.

„Gib mir zuerst die Lampe“, rief der Zauberer, als Aladdin am Ausgang stand.

„Hilf mir erst hinauf, Onkel, dann gebe ich sie dir.“

Der Zauberer bestand darauf, doch Aladdin weigerte sich, denn die Lampe steckte ganz unten unter all den Steinen. Da geriet der Zauberer in fürchterliche Wut. Er warf Räucherwerk ins Feuer, sprach zwei Zauberworte, und der Stein schloss sich über dem Jungen. Noch am selben Tag reiste der Zauberer nach Afrika zurück. Er war nicht Aladdins Onkel. Vierzig Jahre lang hatte er in Zauberbüchern gelesen und Zeichen im Sand gedeutet, bis er von der Lampe erfuhr, die ihren Herrn mächtiger machte als jeden König. Holen durfte er sie aber nicht selbst. Nun glaubte er den Jungen tot und dachte nicht mehr an den Ring.

Zwei Tage saß Aladdin ohne Essen und Trinken im Dunkeln. Am dritten Tag faltete er die Hände, um zu beten, und rieb dabei, ohne es zu merken, an dem Ring. Da stieg ein riesiger Geist aus der Erde und sagte:

Was willst du? Hier bin ich und gehorche dir,  
dein Sklave und der Sklave aller,  
die den Ring am Finger tragen,  
ich und alle Sklaven des Ringes.

„Bring mich hier heraus!“, rief Aladdin, und schon stand er wieder im Tal. Erschöpft schleppte er sich nach Hause. Die bunten Steine fand die Mutter hübsch, mehr nicht, und Aladdin schob sie hinter ein Sofakissen.

Am nächsten Morgen war kein Brot mehr im Haus. Die Mutter wollte die alte Lampe verkaufen und begann, sie mit Sand zu putzen. Kaum hatte sie gerieben, da stand ein scheußlicher Geist vor ihr, noch viel gewaltiger als der erste, und sagte mit donnernder Stimme:

Was willst du? Hier bin ich und gehorche dir,  
dein Sklave und der Sklave aller,  
die die Lampe in den Händen halten,  
ich und alle Sklaven der Lampe.

Die Mutter fiel vor Schreck in Ohnmacht. Aladdin aber griff nach der Lampe. „Ich habe Hunger, bring uns zu essen!“ Im Nu stand eine große Silberschale mit zwölf silbernen Schüsseln voll köstlicher Speisen auf dem Sofa.

Als die Speisen aufgegessen waren, verkaufte Aladdin die Silberschüsseln eine nach der anderen an einen Händler, der ihm für jede nur ein einziges Goldstück gab. Und als auch dieses Geld verbraucht war, rieb Aladdin selbst die Lampe:

Was willst du? Hier bin ich und gehorche dir,  
dein Sklave und der Sklave aller,  
die die Lampe in den Händen halten,  
ich und alle Sklaven der Lampe.

Wieder brachte der Geist ein Mahl auf silbernen Schüsseln. Diesmal rief ein alter, ehrlicher Goldschmied Aladdin in seinen Laden. „Dieser Händler betrügt dich, mein Sohn“, sagte er, wog eine Schüssel und zahlte zweiundsiebzig Goldstücke dafür. Von da an verkaufte Aladdin nur noch an ihn, und in den folgenden Jahren lernte er in den Läden der Kaufleute feine Sitten. Bei den Juwelieren begriff er, dass seine bunten Gläser Edelsteine waren, schöner als alle in den Läden. Das behielt er für sich.

Eines Tages ließ der Sultan ausrufen, alle sollten in ihren Häusern bleiben, denn seine Tochter, die Prinzessin Badrulbudur, gehe ins Bad. Aladdin versteckte sich hinter der Tür des Badehauses. Kurz vor dem Eingang nahm die Prinzessin den Schleier ab, und Aladdin sah das schönste Gesicht der Welt. Von diesem Augenblick an liebte er sie.

„Mutter“, sagte er am nächsten Morgen, „geh zum Sultan und halte für mich um ihre Hand an.“

Die Mutter lachte laut. „Du, der Sohn eines Schneiders? Und womit soll ich vor den Sultan treten?“

Da legte Aladdin die Steine aus dem Garten in eine Porzellanschale, und sie funkelten so, dass beide fast geblendet waren. Aus Liebe und aus Angst, er könnte etwas Verzweifeltes tun, gab die Mutter nach. Woche um Woche stand sie mit der Schale im Ratssaal, dem Sultan gegenüber, bis er sie bemerkte und vor den Thron rufen ließ.

Zitternd brachte Aladdins Mutter ihre Bitte vor und deckte die Schale auf. Vor Staunen brachte der Sultan lange kein Wort heraus. „Sieh nur, Wesir“, rief er dann. „Ist das nicht ein Geschenk, das meiner Tochter würdig ist?“

Der Großwesir aber wollte die Prinzessin für seinen eigenen Sohn. „Majestät, gewährt mir drei Monate“, flüsterte er. „Bis dahin findet mein Sohn ein noch kostbareres Geschenk.“

Da sagte der Sultan zu Aladdins Mutter: „Sag deinem Sohn, ich bin einverstanden. Aber die Hochzeit kann erst in drei Monaten stattfinden.“

Zwei Monate später fand die Mutter die Stadt festlich geschmückt. Man erzählte ihr, der Sohn des Großwesirs werde noch am selben Abend die Prinzessin heiraten. Atemlos lief sie heim und berichtete es. Aladdin stand eine Weile wie vom Blitz getroffen. Dann ging er in seine Kammer und rieb die Lampe:

Was willst du? Hier bin ich und gehorche dir,  
dein Sklave und der Sklave aller,  
die die Lampe in den Händen halten,  
ich und alle Sklaven der Lampe.

„Der Sultan hat sein Wort gebrochen“, sagte Aladdin. „Sobald das Brautpaar im Bett liegt, bring es mir her, mitsamt dem Bett.“

Kaum war die Tür des Brautgemachs geschlossen, stand das Bett in Aladdins Kammer. Der Geist sperrte den Bräutigam im bloßen Hemd in den Abort und hauchte ihn an, sodass er sich die ganze Nacht nicht rühren konnte. „Fürchtet Euch nicht, Prinzessin“, sagte Aladdin. „Ich tue Euch nichts. Ich will nur nicht, dass ein anderer bekommt, was Euer Vater mir versprochen hat.“ Dann legte er sich an den Platz des Bräutigams, mit dem Rücken zu ihr, und zwischen ihnen lag sein Säbel.

Im Morgengrauen trug der Geist den frierenden Bräutigam zurück ins Bett und das Bett zurück in den Palast.

In der zweiten Nacht geschah genau dasselbe. Am Morgen erzählte die Prinzessin dem Sultan alles, und auch der Bräutigam gab es zu. „Lieber sterbe ich, als noch eine solche Nacht zu erleben“, sagte er zu seinem Vater. „Bitte den Sultan, die Ehe aufzulösen.“ So geschah es.

Als die drei Monate um waren, schickte Aladdin seine Mutter wieder in den Palast. Der Sultan sah ihr ärmliches Kleid und zögerte. „Verlangt einen Preis, den er niemals zahlen kann“, riet ihm der Großwesir leise.

So sagte der Sultan: „Dein Sohn soll mir vierzig Schalen aus massivem Gold voll solcher Steine schicken. Vierzig schwarze Sklaven sollen sie tragen und vierzig weiße sie anführen, alle jung und prächtig gekleidet. Dann bekommt er meine Tochter.“

Aladdin aber rieb die Lampe, und kurz darauf war das kleine Haus voller Sklaven, und vierzig von ihnen trugen goldene Schalen mit funkelnden Steinen. Paarweise zogen die achtzig mit der Mutter durch die Straßen, und die ganze Stadt lief zusammen. „Nun, Wesir“, fragte der Sultan, „ist einer, der mir so etwas schickt, meiner Tochter etwa nicht würdig?“ Der Großwesir musste ihm recht geben.

Aladdin ritt zum Palast, prächtiger gekleidet als ein König und auf einem Pferd, das schöner war als alle im Stall des Sultans. Der Sultan umarmte ihn und ließ den Ehevertrag schreiben. „Majestät“, bat Aladdin, „erlaubt mir, zuerst einen Palast für die Prinzessin zu bauen, gegenüber dem Euren.“

In der Nacht ließ Aladdin den Geist einen Palast aus Marmor und Jaspis bauen. Ganz oben lag ein Saal unter einer Kuppel, mit vierundzwanzig Fenstern, deren Gitter mit Diamanten, Rubinen und Smaragden besetzt waren. Nur ein einziges Fenster blieb auf Aladdins Wunsch unfertig. Am Morgen stand der Palast da, und am Abend zog die Prinzessin mit Musik und Fackeln hinüber. „Ich gehorche meinem Vater“, sagte sie zu Aladdin, „und seit ich dich gesehen habe, tue ich es gern.“

Am nächsten Tag sah der Sultan das unfertige Fenster. „Ich habe es für Euch gelassen“, sagte Aladdin, „damit Ihr den Saal vollenden könnt.“ Einen Monat lang arbeiteten die Juweliere des Sultans. Sie verbrauchten alle seine Edelsteine und die des Großwesirs dazu und schafften doch nur das halbe Fenster. Da ließ Aladdin die Steine zurückgeben, rieb die Lampe, und im Nu war das Fenster wie die anderen.

Jahre vergingen. Aladdin blieb freundlich und freigebig, und das Volk liebte ihn. In Afrika aber las der Zauberer eines Tages aus den Zeichen im Sand, dass Aladdin noch lebte, reich war und eine Prinzessin geheiratet hatte. Das Blut schoss dem Zauberer ins Gesicht. Sofort ritt er nach China und erfuhr, dass Aladdin für acht Tage auf der Jagd war. Er kaufte ein Dutzend neue Kupferlampen und rief vor Aladdins Palast:

Neue Lampen für alte!  
Wer tauscht alte Lampen gegen neue?

Die Kinder johlten hinter ihm her, und die Leute lachten über den Narren. Er aber rief weiter:

Neue Lampen für alte!  
Wer tauscht alte Lampen gegen neue?

Oben im Saal lachte die Prinzessin mit ihren Dienerinnen. „Da auf dem Gesims steht eine alte Lampe“, sagte eine von ihnen. „Wollen wir sehen, ob er wirklich so dumm ist?“ Die Prinzessin wusste nicht, was die Lampe wert war, und ließ sie hinunterbringen und eintauschen. In der Nacht rieb der Zauberer die Lampe vor der Stadt:

Was willst du? Hier bin ich und gehorche dir,  
dein Sklave und der Sklave aller,  
die die Lampe in den Händen halten,  
ich und alle Sklaven der Lampe.

„Trag den Palast mit allem, was darin lebt, nach Afrika, und mich dazu!“, befahl der Zauberer, und so geschah es.

Am Morgen sah der Sultan nur einen leeren Platz, wo der Palast seiner Tochter gestanden hatte. Er ließ Aladdin in Ketten holen und befahl, ihm den Kopf abzuschlagen. Aladdin kniete schon mit verbundenen Augen vor dem Henker, als das Volk, das ihn liebte, die Mauern des Palastes stürmte. Erschrocken ließ der Sultan ihn frei. „Bring mir meine Tochter zurück“, sagte er, „sonst kostet es dich doch noch den Kopf.“

„Gebt mir vierzig Tage“, bat Aladdin, und der Sultan gewährte sie ihm.

Verzweifelt irrte Aladdin umher, bis er an einen Fluss kam. Dort wollte er sich hineinstürzen, vorher aber noch zum Gebet waschen. Am Ufer rutschte er aus und rieb den vergessenen Ring am Felsen. Da erschien der Geist des Ringes und sagte:

Was willst du? Hier bin ich und gehorche dir,  
dein Sklave und der Sklave aller,  
die den Ring am Finger tragen,  
ich und alle Sklaven des Ringes.

„Bring meinen Palast zurück!“, rief Aladdin.

„Das kann ich nicht“, sagte der Geist. „Ich bin nur der Sklave des Ringes, nicht der Lampe.“

„Dann trag mich zu meinem Palast, unter die Fenster der Prinzessin.“ Im selben Augenblick stand Aladdin in Afrika vor seinem Palast.

Bei Tagesanbruch entdeckte ihn eine Dienerin, und durch eine geheime Tür kam er zur Prinzessin. Sie umarmten sich unter Tränen. „Ach, mein lieber Mann, ich bin an allem schuld“, sagte sie und erzählte vom Tausch. Der Zauberer trage die Lampe immer an der Brust. Jeden Tag dränge er sie, ihn zu heiraten, und behaupte, Aladdin sei längst tot.

Aladdin tauschte die Kleider mit einem Bauern, kaufte in der Stadt ein starkes Pulver und erklärte der Prinzessin seinen Plan. Am Abend empfing sie den Zauberer freundlich, in ihrem schönsten Kleid. „Ich habe lange genug um Aladdin geweint“, sagte sie. „Heute möchte ich den Wein Eures Landes kosten.“ Glücklich eilte der Zauberer davon, um seinen besten Wein zu holen. Inzwischen tat die Prinzessin das Pulver in einen Becher.

Nach einigen Bechern ließ sie sich diesen einen bringen. „Bei uns in China“, sagte sie und reichte ihn dem Zauberer, „tauschen zwei, die sich lieben, beim Trinken die Becher.“ Voller Freude nahm er ihn, leerte ihn in einem Zug und fiel tot nach hinten. Aladdin zog ihm die Lampe unter dem Gewand hervor und befahl dem Geist, den Palast an seinen Platz in China zurückzutragen.

Am nächsten Morgen traute der Sultan seinen Augen nicht. Er ritt hinüber, schloss seine Tochter in die Arme und bat Aladdin um Verzeihung. Den toten Zauberer ließ Aladdin vor die Stadt auf den Abfallplatz werfen, wo Tiere und Vögel ihn fraßen. Zehn Tage lang feierte die Stadt.

Doch der Zauberer hatte einen jüngeren Bruder, der noch boshafter war als er. Auch der Bruder deutete die Zeichen im Sand und erfuhr, wer den Zauberer vergiftet hatte. In der Hauptstadt hörte er von Fatima, einer frommen Frau, die in einer Einsiedelei lebte und Kopfschmerzen heilte, indem sie die Hände auflegte.

In der Nacht zwang er Fatima, ihm ihr Gewand zu geben und sein Gesicht wie das ihre zu färben, und er schwor ihr bei Gott, sie am Leben zu lassen. Dann erwürgte er sie und warf sie in die Zisterne.

Verschleiert ging der Bruder als Fatima durch die Stadt, und bald ließ die Prinzessin die fromme Frau in den Palast holen. „Nun, gute Mutter“, fragte sie, „wie gefällt Euch dieser Saal?“

„Er ist wunderschön“, antwortete die falsche Fatima. „Nur eines fehlt: Hinge unter der Kuppel ein Ei des Vogels Roch, dann gäbe es nichts Schöneres auf der Welt.“

Als Aladdin heimkam, erzählte ihm die Prinzessin davon. Er rieb die Lampe und verlangte ein Ei des Vogels Roch. Da schrie der Geist so laut, dass der Saal bebte. „Du Undankbarer! Ich soll meinen Herrn holen und unter deine Kuppel hängen? Der Wunsch kommt nicht von dir, sonst würde ich dich mit Frau und Palast zu Asche verbrennen. Er kommt vom Bruder des Zauberers. Der steckt in deinem Palast, verkleidet als Fatima, die er ermordet hat, und er will dich töten.“

Aladdin klagte über Kopfschmerzen, und die Prinzessin ließ die fromme Frau rufen. „Kommt, gute Mutter, legt mir die Hände auf“, sagte Aladdin und senkte den Kopf. Die falsche Fatima trat näher und griff nach einem Dolch unter dem Gewand. Doch Aladdin packte ihre Hand, bevor sie ihn ziehen konnte, und stieß ihr seinen eigenen Dolch ins Herz. Tot fiel die falsche Fatima zu Boden.

„Du hast die fromme Frau getötet!“, rief die Prinzessin.

„Nein, meine Prinzessin“, sagte Aladdin und zog dem Toten den Schleier vom Gesicht. „Das ist der Bruder des Zauberers. Er hat Fatima ermordet und wollte mich erstechen.“

So war Aladdin von beiden Zauberern befreit. Einige Jahre später starb der Sultan in hohem Alter. Weil er keinen Sohn hatte, erbte die Prinzessin Badrulbudur den Thron und teilte die Herrschaft mit Aladdin. Sie regierten viele Jahre, und von ihren Kindern und Enkeln sprach man noch lange.

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- Characters: Badrulbudur
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- Source: Les Mille et Une Nuits, trad. Antoine Galland (Le Normant, 1806, tomes 5-6), «Histoire d’Aladdin, ou la Lampe merveilleuse» (https://fr.wikisource.org/wiki/Les_Mille_et_Une_Nuits/Histoire_d%E2%80%99Aladdin)
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