# Der Bauer und der Teufel

_Retold by Talerie (talerie.com) from Kinder- und Hausmärchen, after Brothers Grimm_ · 2 min read · ages 4+

Ein Bauer soll dem Teufel für einen Schatz die Hälfte seiner Ernte geben und lässt ihm, was über der Erde wächst, doch gesät hat er Rüben. Im zweiten Jahr will der Teufel, was unter der Erde liegt, findet beim Weizen nur Stoppeln und fährt vor Wut in eine Felsenschlucht hinab, und der Bauer holt sich den Schatz.

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Es war einmal ein kluger, listiger Bauer, von dessen Streichen man vieles erzählen könnte. Die schönste Geschichte aber ist die, wie er einmal den Teufel hereinlegte und zum Narren hielt.

Eines Abends, es dämmerte schon, hatte der Bauer seine Arbeit auf dem Acker getan und wollte gerade nach Hause fahren. Da sah er mitten auf seinem Feld einen Haufen glühender Kohlen. Verwundert ging er näher heran, und oben auf der Glut saß ein kleiner schwarzer Teufel.

„Du sitzt wohl auf einem Schatz?“, fragte der Bauer.

„Allerdings“, antwortete der Teufel, „auf einem Schatz mit mehr Gold und Silber, als du in deinem ganzen Leben gesehen hast.“

„Der Schatz liegt auf meinem Feld, also gehört er mir“, sagte der Bauer.

„Er ist dein“, antwortete der Teufel, „wenn du mir zwei Jahre lang die Hälfte von dem gibst, was dein Acker trägt. Geld habe ich genug, aber auf die Früchte der Erde habe ich großen Appetit.“

Der Bauer schlug ein. „Damit es aber beim Teilen keinen Streit gibt“, sagte er, „soll dir gehören, was über der Erde ist, und mir, was unter der Erde ist.“

Das gefiel dem Teufel gut. Der listige Bauer hatte aber Rüben gesät. Als die Erntezeit kam, erschien der Teufel und wollte seinen Teil holen. Er fand nichts als das Kraut, die gelben, welken Blätter, während der Bauer vergnügt seine Rüben ausgrub.

„Diesmal hast du mich überlistet“, sagte der Teufel, „aber noch einmal gelingt dir das nicht. Im nächsten Jahr gehört dir, was über der Erde wächst, und mir, was darunter liegt.“

„Mir soll’s recht sein“, antwortete der Bauer.

Diesmal säte er aber keine Rüben, sondern Weizen. Als das Korn reif war, ging der Bauer hinaus und schnitt die vollen Halme dicht über dem Boden ab.

Doch als der Teufel kam, fand er nichts als die Stoppeln. Da fuhr er vor Wut in eine Felsenschlucht hinab und war verschwunden.

„So muss man die Füchse prellen!“, sagte der Bauer, ging hin und holte sich den Schatz.

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- Wikidata: https://www.wikidata.org/wiki/Q1192427
- Tale type: ATU 1030 (per Wikidata)
- Source: Kinder- und Hausmärchen, 7. Auflage (1857) (https://de.wikisource.org/wiki/Der_Bauer_und_der_Teufel_(1857))
- Public-domain basis: Talerie contemporary retelling (CC0 2026), based on: Kinder- und Hausmärchen, 7. Auflage (1857) — original: author died 1859/1863 (+70 passed)
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