# Der Eisenhans

_Brüder Grimm_ · 17 min read · ages 8-12

Ein Königssohn öffnet dem wilden Mann den Käfig, und der trägt ihn in den Wald, wo dem Jungen am Brunnen das Haar zu Gold wird. Als Ritter gewinnt er die Schlacht und fängt beim Fest drei goldene Äpfel; er bittet den König um dessen Tochter, und zur Hochzeit tritt der erlöste Eisenhans als stolzer König herein.

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Es war einmal ein König, der besaß nahe seinem Schloss einen großen Wald, in dem Wild aller Art lebte. Eines Tages schickte er einen Jäger hinein, der ein Reh erlegen sollte, doch der Jäger kehrte nicht zurück. „Vielleicht ist ihm ein Unglück zugestoßen“, sagte der König und schickte am nächsten Tag zwei weitere Jäger aus, ihn zu suchen. Auch die beiden blieben verschwunden.

Am dritten Tag rief der König alle seine Jäger zusammen und befahl ihnen, den ganzen Wald zu durchstreifen und nicht eher aufzugeben, bis sie alle drei gefunden hätten. Doch auch von diesen Männern kehrte keiner heim, und von der Meute Hunde, die sie mitgenommen hatten, ließ sich ebenfalls keiner mehr blicken. Von da an wagte sich niemand mehr in den Wald, und er lag in tiefer Stille da; nur hin und wieder sah man einen Adler oder Habicht darüber hinwegfliegen.

So vergingen viele Jahre, bis sich ein fremder Jäger beim König meldete. Er suchte eine Anstellung und bot sich an, in den gefährlichen Wald zu gehen. Der König wollte ihm die Erlaubnis nicht geben. „Es ist nicht geheuer dort drinnen“, sagte er. „Ich fürchte, es ergeht dir nicht besser als den anderen, und du kommst nicht wieder heraus.“

„Herr, ich will es auf meine eigene Gefahr wagen“, antwortete der Jäger. „Furcht kenne ich nicht.“

Also zog der Jäger mit seinem Hund in den Wald. Es dauerte nicht lange, da nahm der Hund die Fährte eines Wildes auf und wollte ihm nachjagen, doch schon nach ein paar Schritten stand er vor einem tiefen Teich und kam nicht weiter. Ein nackter Arm streckte sich aus dem Wasser, packte ihn und zog ihn hinab.

Als der Jäger das sah, kehrte er um und holte drei Männer mit Eimern, die den Teich ausschöpfen sollten. Als sie den Grund sehen konnten, lag dort ein wilder Mann, dessen Haut braun war wie rostiges Eisen und dessen Haare ihm über das Gesicht bis zu den Knien herabhingen. Sie banden ihn mit Stricken und brachten ihn ins Schloss.

Über den wilden Mann herrschte große Verwunderung. Der König ließ ihn in einem eisernen Käfig auf dem Schlosshof einsperren und verbot bei Todesstrafe, die Tür zu öffnen. Die Königin selbst musste den Schlüssel verwahren. Von nun an konnte jeder wieder gefahrlos in den Wald gehen.

Der König hatte einen achtjährigen Sohn. Als der Junge eines Tages auf dem Hof spielte, fiel ihm sein goldener Ball in den Käfig. Er lief hin und rief: „Gib mir meinen Ball heraus!“

„Erst wenn du mir die Tür aufgemacht hast“, antwortete der Mann.

„Nein“, sagte der Junge, „das tue ich nicht, das hat der König verboten.“ Und er lief davon.

Am nächsten Tag kam er wieder und verlangte seinen Ball zurück. „Öffne meine Tür“, sagte der wilde Mann, doch der Junge wollte nicht. Am dritten Tag war der König zur Jagd geritten, und der Junge kam noch einmal und sagte: „Selbst wenn ich wollte, ich kann die Tür nicht öffnen, ich habe ja keinen Schlüssel.“

„Er liegt unter dem Kopfkissen deiner Mutter“, sagte der wilde Mann, „dort kannst du ihn holen.“

Der Junge wollte seinen Ball unbedingt zurückhaben und schlug alle Bedenken in den Wind. Er holte den Schlüssel. Die Tür ging schwer auf, und er klemmte sich dabei den Finger ein. Als sie offen war, trat der wilde Mann heraus, gab ihm den goldenen Ball und eilte davon.

Dem Jungen wurde angst, und er rief ihm nach: „Ach, wilder Mann, geh nicht fort, sonst bekomme ich Schläge!“ Da kehrte der wilde Mann um, hob ihn hoch, setzte ihn sich auf den Nacken und lief mit schnellen Schritten in den Wald hinein.

Als der König heimkam, sah er den leeren Käfig und fragte die Königin, wie das habe geschehen können. Sie wusste von nichts und suchte den Schlüssel, doch er war verschwunden. Sie rief nach ihrem Sohn, aber niemand antwortete. Der König schickte Leute aus, die ihn auf den Feldern suchen sollten, doch sie fanden ihn nicht. Da konnte er sich leicht denken, was geschehen war, und am Hof herrschte große Trauer.

Als der wilde Mann tief im finsteren Wald angekommen war, hob er den Jungen von den Schultern und sagte zu ihm: „Vater und Mutter wirst du nicht wiedersehen, aber ich will dich bei mir behalten, denn du hast mich befreit, und ich habe Mitleid mit dir. Wenn du alles tust, was ich dir sage, wird es dir gutgehen. Schätze und Gold habe ich genug, mehr als sonst jemand auf der Welt.“

Er machte dem Jungen ein Lager aus Moos, auf dem er einschlief. Am nächsten Morgen führte ihn der Mann zu einem Brunnen. „Sieh, dieser Goldbrunnen ist klar und hell wie Kristall“, sagte er. „Du sollst daneben sitzen und aufpassen, dass nichts hineinfällt, sonst ist er entweiht. Jeden Abend komme ich und sehe nach, ob du meinem Gebot gefolgt bist.“

Der Junge setzte sich an den Rand des Brunnens. Manchmal zeigte sich darin ein goldener Fisch, manchmal eine goldene Schlange, und er achtete gut darauf, dass nichts hineinfiel. Einmal aber schmerzte ihn sein Finger so sehr, dass er ihn unwillkürlich ins Wasser tauchte. Er zog ihn sofort wieder heraus, doch er war ganz und gar vergoldet, und wie sehr er sich auch bemühte, das Gold wieder abzuwischen, es half nichts.

Am Abend kam der Eisenhans zurück, sah den Jungen an und fragte: „Was ist mit dem Brunnen geschehen?“

„Nichts, nichts“, antwortete er und hielt den Finger hinter seinem Rücken, damit der Mann ihn nicht sehen sollte.

„Du hast deinen Finger ins Wasser getaucht“, sagte der Mann. „Diesmal will ich es dir noch durchgehen lassen, aber hüte dich, dass nicht wieder etwas hineinfällt.“

Am nächsten Morgen saß der Junge schon früh am Brunnen und bewachte ihn. Wieder schmerzte ihn der Finger, und er fuhr sich damit über den Kopf. Dabei fiel unglücklicherweise ein Haar hinunter in den Brunnen. Er nahm es schnell wieder heraus, doch es war bereits ganz vergoldet.

Der Eisenhans kam und wusste schon, was geschehen war. „Du hast ein Haar in den Brunnen fallen lassen“, sagte er. „Ich will es dir noch einmal nachsehen, aber wenn es zum dritten Mal geschieht, ist der Brunnen entweiht, und du kannst nicht länger bei mir bleiben.“

Am dritten Tag saß der Junge am Brunnen und rührte den Finger nicht, so sehr er auch schmerzte. Doch die Zeit wurde ihm lang, und er betrachtete sein eigenes Gesicht, das sich im Wasser spiegelte. Und als er sich dabei immer weiter vorbeugte, um sich recht in die Augen zu sehen, neigte er sich so tief, dass ihm seine langen Haare von den Schultern in das Wasser fielen.

Er richtete sich schnell wieder auf, aber sein ganzes Haupthaar war schon vergoldet und glänzte wie die Sonne. Ihr könnt euch denken, wie sehr der arme Junge erschrak. Er nahm sein Taschentuch und band es sich um den Kopf, damit der Mann nichts sehen sollte.

Als der Eisenhans kam, wusste er bereits alles. „Binde das Tuch auf“, sagte er. Da quollen die goldenen Haare hervor, und wie sehr sich der Junge auch entschuldigte, es half ihm nichts.

„Du hast die Probe nicht bestanden und kannst nicht länger hierbleiben“, sagte der Eisenhans. „Geh hinaus in die Welt, dort wirst du erfahren, was Armut ist. Aber weil du kein böses Herz hast und ich es gut mit dir meine, erlaube ich dir eines: Wenn du in Not gerätst, geh zum Wald und ruf ‚Eisenhans‘, dann komme ich und helfe dir. Meine Macht ist groß, größer als du denkst, und Gold und Silber habe ich im Überfluss.“

Da verließ der Königssohn den Wald und wanderte über gebahnte und ungebahnte Wege, bis er endlich in eine große Stadt kam. Er suchte dort Arbeit, aber er fand keine, denn er hatte nichts gelernt, womit er sich hätte durchschlagen können. Schließlich ging er zum Schloss und fragte, ob man ihn dort behalten wolle. Die Hofleute wussten nicht recht, wofür sie ihn gebrauchen sollten, aber er gefiel ihnen, und sie ließen ihn bleiben.

Zuletzt nahm ihn der Koch in seinen Dienst. Er sollte Holz und Wasser tragen und die Asche zusammenkehren. Einmal, als gerade kein anderer zur Hand war, hieß ihn der Koch, die Speisen zur königlichen Tafel zu bringen. Weil er seine goldenen Haare nicht zeigen wollte, behielt er dabei sein Hütchen auf.

So etwas war dem König noch nie vorgekommen. „Wenn du an die königliche Tafel kommst, musst du deinen Hut abnehmen“, sagte er.

„Ach Herr“, antwortete der Junge, „das kann ich nicht, ich habe einen bösen Grind auf dem Kopf.“

Da ließ der König den Koch rufen, schalt ihn und fragte, wie er nur einen solchen Jungen hätte einstellen können. Er befahl, ihn sofort fortzujagen. Der Koch aber hatte Mitleid mit ihm und tauschte ihn gegen den Gärtnerjungen ein.

Nun musste der Junge im Garten pflanzen und gießen, hacken und graben, und dabei Wind und schlechtes Wetter über sich ergehen lassen. Eines Sommertages, als er allein im Garten arbeitete, war es so heiß, dass er sein Hütchen abnahm, damit die Luft ihn kühlen konnte.

Als die Sonne auf sein Haar schien, glitzerte und blitzte es so hell, dass die Strahlen bis in das Schlafzimmer der Königstochter fielen. Sie sprang auf, um zu sehen, was das war, und erblickte den Jungen. „Junge“, rief sie ihm zu, „bring mir einen Blumenstrauß.“

Er setzte in aller Eile sein Hütchen wieder auf, pflückte wilde Feldblumen und band sie zu einem Strauß. Als er damit die Treppe hinaufstieg, begegnete ihm der Gärtner. „Wie kannst du der Königstochter einen Strauß aus solch schlichten Blumen bringen?“, sagte er. „Geh schnell und hol andere, die schönsten und seltensten, die du finden kannst.“

„Ach nein“, antwortete der Junge, „die wilden duften kräftiger, die werden ihr besser gefallen.“

Als er ihr Zimmer betrat, sagte die Königstochter: „Nimm dein Hütchen ab, es schickt sich nicht, es vor mir aufzubehalten.“

„Das darf ich nicht“, erwiderte er, „ich habe einen grindigen Kopf.“

Doch sie griff nach dem Hütchen und zog es ihm ab, und da rollten seine goldenen Haare auf die Schultern herab, so prächtig, dass es eine Freude war, sie zu sehen. Er wollte davonlaufen, aber sie hielt ihn am Arm fest und gab ihm eine Hand voll Dukaten. Er nahm sie mit, kümmerte sich aber nicht um das Gold, sondern brachte es dem Gärtner. „Das schenke ich deinen Kindern, damit können sie spielen“, sagte er.

Am nächsten Tag ließ die Königstochter ihn wieder zu sich kommen und einen Strauß Feldblumen bringen, und kaum war er eingetreten, griff sie schon nach seinem Hütchen und wollte es ihm wegnehmen. Doch er hielt es mit beiden Händen fest. Sie gab ihm wieder eine Hand voll Dukaten, doch er wollte sie nicht behalten und gab sie erneut dem Gärtner für dessen Kinder zum Spielen. Am dritten Tag war es nicht anders: Sie konnte ihm sein Hütchen nicht abnehmen, und er wollte ihr Gold nicht.

Nicht lange danach zog Krieg über das Land. Der König rief sein Volk zusammen, wusste aber nicht, ob er dem Feind standhalten könnte, der übermächtig war und ein großes Heer hatte. Da sagte der Gärtnerjunge: „Ich bin herangewachsen und will mit in den Krieg ziehen, gebt mir nur ein Pferd.“

Die anderen lachten und sagten: „Wenn wir fort sind, so such dir eins, wir lassen dir eins im Stall zurück.“

Als sie ausgezogen waren, ging er in den Stall und holte das Pferd, das übrig geblieben war. Es war an einem Fuß lahm und hinkte hunkepuus, hunkepuus. Trotzdem stieg er auf und ritt zum dunklen Wald. Am Waldrand rief er dreimal „Eisenhans“, so laut, dass es durch die Bäume hallte.

Gleich darauf erschien der wilde Mann. „Was verlangst du?“, fragte er.

„Ich verlange ein starkes Ross, denn ich will in den Krieg ziehen.“

„Das sollst du haben, und noch mehr, als du verlangst“, sagte der Eisenhans.

Er ging zurück in den Wald, und es dauerte nicht lange, da kam ein Stallknecht aus dem Wald und führte ein Ross herbei, das aus den Nüstern schnaubte und kaum zu bändigen war. Dahinter folgte eine große Schar Krieger, ganz in Eisen gerüstet, deren Schwerter in der Sonne blitzten.

Der Jüngling übergab dem Stallknecht sein dreibeiniges Pferd, bestieg das andere und ritt der Schar voran. Als er sich dem Schlachtfeld näherte, war schon ein großer Teil der Männer des Königs gefallen, und die übrigen mussten bald weichen. Da stürmte der Jüngling mit seiner eisernen Schar heran, fegte wie ein Unwetter über die Feinde und schlug alles nieder, was sich ihm entgegenstellte.

Die Feinde wollten fliehen, doch der Jüngling saß ihnen im Nacken und ließ nicht ab, bis kein Mann mehr übrig war. Statt aber zum König zurückzukehren, führte er seine Schar auf Umwegen wieder zum Wald und rief den Eisenhans heraus.

„Was verlangst du?“, fragte der wilde Mann.

„Nimm dein Ross und deine Schar zurück und gib mir mein dreibeiniges Pferd wieder.“

Es geschah alles, was er verlangte, und er ritt auf seinem dreibeinigen Pferd heim.

Als der König in sein Schloss zurückkehrte, ging ihm seine Tochter entgegen und wünschte ihm Glück zu seinem Sieg. „Ich bin es nicht, der den Sieg errungen hat“, sagte er, „sondern ein fremder Ritter, der mir mit seiner Schar zu Hilfe kam.“

Die Tochter wollte wissen, wer der fremde Ritter gewesen sei, doch der König wusste es nicht. „Er hat die Feinde verfolgt, und ich habe ihn nicht wiedergesehen“, sagte er.

Sie erkundigte sich beim Gärtner nach seinem Jungen. Der lachte nur. „Der ist gerade erst auf seinem dreibeinigen Pferd heimgekommen, und die anderen haben ihn verspottet und gerufen: ‚Da kommt unser Hunkepuus wieder an.‘ Sie haben ihn auch gefragt, hinter welcher Hecke er derweil geschlafen habe. Er aber sagte, er habe das Beste getan, und ohne ihn wäre alles schlecht ausgegangen. Da haben sie ihn nur noch mehr ausgelacht.“

Der König sagte zu seiner Tochter: „Ich will ein großes Fest ausrichten lassen, das drei Tage dauern soll, und du sollst dabei einen goldenen Apfel werfen. Vielleicht kommt der Unbekannte dann herbei.“

Als das Fest angekündigt war, ging der Jüngling hinaus zum Wald und rief den Eisenhans. „Was verlangst du?“, fragte er.

„Dass ich den goldenen Apfel der Königstochter fange.“

„Das ist so gut, als hättest du ihn schon“, sagte der Eisenhans. „Du sollst dazu auch eine rote Rüstung bekommen und auf einem stolzen Fuchs reiten.“

Als der Tag kam, sprengte der Jüngling heran, stellte sich unter die Ritter und wurde von niemandem erkannt. Die Königstochter trat hervor und warf den Rittern einen goldenen Apfel zu, doch keiner fing ihn außer ihm allein. Kaum hatte er ihn, jagte er auch schon davon.

Am zweiten Tag hatte ihn der Eisenhans als weißen Ritter ausgestattet und ihm einen Schimmel gegeben. Wieder fing er allein den Apfel, doch er verweilte keinen Augenblick, sondern jagte damit fort. Der König wurde zornig. „Das ist nicht erlaubt, er muss vor mir erscheinen und mir seinen Namen nennen“, sagte er. Er befahl, dass man den Ritter verfolgen solle, falls er den Apfel fange und wieder davonreite, und wenn er nicht freiwillig zurückkehre, solle man mit der Waffe auf ihn losgehen.

Am dritten Tag erhielt der Jüngling vom Eisenhans eine schwarze Rüstung und einen Rappen und fing auch diesmal den Apfel. Als er damit davonjagte, verfolgten ihn die Leute des Königs, und einer kam ihm so nahe, dass er ihn mit der Schwertspitze am Bein verwundete. Er entkam ihnen dennoch, doch sein Pferd sprang so gewaltig, dass ihm der Helm vom Kopf fiel, und sie sahen, dass er goldene Haare hatte. Sie ritten zurück und meldeten dem König alles.

Am nächsten Tag fragte die Königstochter den Gärtner wieder nach seinem Jungen. „Er arbeitet im Garten“, sagte der Gärtner. „Der wunderliche Kauz war auch beim Fest dabei und ist erst gestern Abend zurückgekommen. Er hat meinen Kindern auch drei goldene Äpfel gezeigt, die er gewonnen hat.“

Der König ließ ihn vor sich holen, und er erschien wieder mit seinem Hütchen auf dem Kopf. Doch die Königstochter trat auf ihn zu und nahm es ihm ab, und da fielen seine goldenen Haare über die Schultern, und er war so schön, dass alle erstaunten.

„Bist du der Ritter gewesen, der jeden Tag zum Fest kam, immer in einer anderen Farbe, und der die drei goldenen Äpfel gefangen hat?“, fragte der König.

„Ja“, antwortete er, „und hier sind die Äpfel.“ Er holte sie aus seiner Tasche und reichte sie dem König. „Wenn ihr noch mehr Beweise verlangt, könnt ihr die Wunde sehen, die mir eure Leute geschlagen haben, als sie mich verfolgten. Aber ich bin auch der Ritter, der euch zum Sieg über die Feinde verholfen hat.“

„Wenn du solche Taten vollbringen kannst, bist du kein Gärtnerjunge. Sag mir, wer ist dein Vater?“, fragte der König.

„Mein Vater ist ein mächtiger König, und Gold besitze ich in Fülle, so viel ich nur verlange.“

„Ich sehe wohl, dass ich dir Dank schulde“, sagte der König. „Kann ich dir einen Gefallen tun?“

„Ja“, antwortete der Jüngling, „das könnt ihr wohl. Gebt mir eure Tochter zur Frau.“

Da lachte die Königstochter. „Der macht keine Umstände! Aber ich habe es schon an seinen goldenen Haaren gesehen, dass er kein Gärtnerjunge ist.“ Sie ging zu ihm hin und küsste ihn.

Zur Hochzeit kamen sein Vater und seine Mutter, und beide waren voller Freude, denn sie hatten schon alle Hoffnung aufgegeben, ihren geliebten Sohn jemals wiederzusehen. Als sie an der Hochzeitstafel saßen, verstummte plötzlich die Musik. Die Türen gingen auf, und ein stolzer König trat mit großem Gefolge herein.

Er ging auf den Jüngling zu und umarmte ihn. „Ich bin der Eisenhans“, sagte er. „Ich war in einen wilden Mann verwünscht, aber du hast mich erlöst. Alle Schätze, die ich besitze, sollen von nun an dir gehören.“

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