# Die Geschichte von Jemima Pratschel-Watschel

_Retold by Talerie (talerie.com) from The Tale of Jemima Puddle-Duck, after Beatrix Potter_ · 7 min read · ages 4+

Jemima Pratschel-Watschel baut ihr Nest im Schuppen eines höflichen Herrn mit Backenbart, der sie um Kräuter und Zwiebeln für ein Omelett bittet. Der Collie Kep holt zwei Welpen, der Herr verschwindet für immer, doch die Welpen verschlingen alle neun Eier, und im Juni schlüpfen aus Jemimas Eiern nur vier Entenküken.

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Wie komisch sieht es doch aus, wenn eine Henne mit einer Schar Entenküken über den Hof zieht!

Hört zu, ich erzähle euch die Geschichte von Jemima Pratschel-Watschel. Sie ärgerte sich, weil die Bäuerin sie ihre eigenen Eier nicht ausbrüten ließ.

Ihre Schwägerin, Frau Rebekka Pratschel-Watschel, überließ das Brüten gern einer anderen. „Ich habe nicht die Geduld, achtundzwanzig Tage auf einem Nest zu sitzen, und du hast sie auch nicht, Jemima. Du würdest die Eier kalt werden lassen. Das weißt du genau!“

„Ich will meine Eier selbst ausbrüten, ganz allein!“, schnatterte Jemima Pratschel-Watschel.

Sie versuchte, ihre Eier zu verstecken, doch jedes Mal fand die Bäuerin sie, trug sie fort und gab sie einer Henne zum Ausbrüten. Schließlich war Jemima ganz verzweifelt und beschloss, ihr Nest weit weg vom Hof zu bauen.

An einem schönen Frühlingsnachmittag machte sie sich auf den Weg, den Feldweg entlang, der über den Hügel führt. Sie trug ein Schultertuch und eine Haube. Oben auf dem Hügel sah sie in der Ferne einen Wald. Dort, dachte sie, sei es bestimmt sicher und still.

Jemima flog nicht oft. Sie rannte ein paar Schritte bergab, flatterte dabei mit ihrem Tuch und sprang dann in die Luft. Doch wenn sie erst einmal Schwung hatte, flog sie wunderschön.

Dicht über den Baumwipfeln glitt sie dahin, bis sie mitten im Wald eine Lichtung entdeckte, auf der man Bäume und Gestrüpp gerodet hatte. Jemima landete ziemlich unsanft und watschelte umher, um einen trockenen Platz für ihr Nest zu suchen. Am besten gefiel ihr ein Baumstumpf zwischen hohen Fingerhutstauden.

Doch zu ihrem Schrecken saß auf dem Baumstumpf ein elegant gekleideter Herr und las Zeitung. Er hatte schwarze, spitz aufgestellte Ohren und einen rotblonden Backenbart.

„Quak?“, sagte Jemima Pratschel-Watschel und legte den Kopf mitsamt der Haube schief. „Quak?“

Der Herr hob den Blick über die Zeitung und betrachtete Jemima neugierig. „Gnädige Frau, haben Sie sich verlaufen?“, fragte er. Er saß auf seinem langen, buschigen Schwanz, denn der Baumstumpf war ein wenig feucht.

Jemima fand ihn ausgesprochen höflich und gut aussehend. Sie erklärte, sie habe sich nicht verlaufen, sie suche nur einen trockenen Platz für ihr Nest.

„Ach, so ist das? Sieh einer an!“, sagte der Herr mit dem rotblonden Backenbart und sah sie mit großem Interesse an. Er faltete die Zeitung zusammen und steckte sie in die Tasche seines Fracks.

Da beklagte sich Jemima über die überflüssige Henne.

„Tatsächlich? Wie interessant! Diese Henne würde ich gern einmal kennenlernen. Der würde ich schon beibringen, sich nicht in fremde Angelegenheiten zu mischen! Aber was das Nest betrifft, das ist ganz einfach: Ich habe einen ganzen Sack voll Federn in meinem Holzschuppen. Nein, meine liebe gnädige Frau, dort sind Sie niemandem im Weg. Sie können dort sitzen, so lange Sie wollen“, sagte der Herr mit dem langen buschigen Schwanz.

Er führte sie zu einem sehr abgelegenen, trübselig aussehenden Haus zwischen den Fingerhutstauden. Es war aus Reisigbündeln und Grassoden gebaut, und als Schornstein dienten zwei zerbeulte Eimer, die übereinanderstanden.

„Das ist mein Sommerhaus“, sagte der gastfreundliche Herr. „Mein Bau, mein Winterhaus, wäre für Sie nicht so bequem.“

Hinter dem Haus stand ein windschiefer Schuppen aus alten Seifenkisten. Der Herr öffnete die Tür und ließ Jemima hinein.

Der Schuppen war fast bis oben hin voller Federn, sodass einem beinahe die Luft wegblieb; aber es war gemütlich und sehr weich. Jemima Pratschel-Watschel wunderte sich ein wenig über die riesige Menge Federn. Doch es lag sich wirklich bequem darin, und sie baute sich ganz mühelos ein Nest.

Als sie wieder herauskam, saß der Herr mit dem rotblonden Backenbart auf einem Holzklotz und las Zeitung. Jedenfalls hielt er sie aufgeschlagen vor sich, aber er schaute über den Rand hinweg.

Er war so höflich, dass es ihm fast leidzutun schien, Jemima über Nacht nach Hause gehen zu lassen. Er versprach, gut auf ihr Nest aufzupassen, bis sie am nächsten Tag wiederkäme. Eier und Entenküken, sagte er, habe er sehr gern; er wäre stolz, ein schönes volles Nest in seinem Holzschuppen zu sehen.

Von da an kam Jemima jeden Nachmittag und legte ein Ei in das Nest, bis es neun waren. Die Eier waren grünlich weiß und sehr groß. Der fuchsrote Herr bewunderte sie über alle Maßen. Wenn Jemima nicht da war, drehte er die Eier oft um und zählte sie.

Endlich sagte Jemima ihm, dass sie am nächsten Tag mit dem Brüten anfangen wolle. „Und ich bringe einen Sack Korn mit, dann muss ich das Nest gar nicht mehr verlassen, bis die Küken geschlüpft sind. Die Eier könnten sich sonst erkälten“, sagte die gewissenhafte Jemima.

„Gnädige Frau, ich bitte Sie, machen Sie sich keine Mühe mit einem Sack, ich besorge Hafer. Aber bevor Sie mit dem langweiligen Brüten beginnen, möchte ich Ihnen eine Freude machen. Lassen Sie uns ein Festessen geben, ganz unter uns! Darf ich Sie bitten, ein paar Kräuter aus dem Bauerngarten mitzubringen, für ein schmackhaftes Omelett? Salbei und Thymian, Minze und zwei Zwiebeln und etwas Petersilie. Ich besorge das Schmalz für die Füll… für das Omelett, meine ich“, sagte der gastfreundliche Herr mit dem rotblonden Backenbart.

Jemima Pratschel-Watschel war ziemlich einfältig: Nicht einmal bei Salbei und Zwiebeln wurde sie misstrauisch.

Sie ging im Bauerngarten herum und zupfte ein wenig von all den Kräutern ab, mit denen man einen Entenbraten füllt. Dann watschelte sie in die Küche und holte zwei Zwiebeln aus einem Korb.

An der Küchentür begegnete ihr Kep, der Collie. „Was willst du mit den Zwiebeln? Und wo gehst du jeden Nachmittag ganz allein hin, Jemima Pratschel-Watschel?“

Jemima hatte ziemlich viel Respekt vor Kep, und so erzählte sie ihm die ganze Geschichte.

Der Collie hörte zu, den klugen Kopf schief gelegt, und als Jemima ihm den höflichen Herrn mit dem rotblonden Backenbart beschrieb, grinste Kep. Dann stellte er ein paar Fragen über den Wald und wollte genau wissen, wo das Haus und der Schuppen standen.

Danach lief er hinaus und trabte ins Dorf hinunter, um zwei Foxhound-Welpen zu holen, die gerade beim Metzger in Pflege waren.

An einem sonnigen Nachmittag ging Jemima Pratschel-Watschel zum letzten Mal den Feldweg hinauf. Schwer beladen mit Kräuterbüscheln und einem Beutel mit zwei Zwiebeln flog sie über den Wald und landete vor dem Haus auf der Lichtung.

Der Herr mit dem langen buschigen Schwanz saß auf einem Holzklotz, schnupperte in die Luft und blickte sich immer wieder unruhig im Wald um. Als Jemima landete, fuhr er richtig zusammen.

„Gehen Sie ins Haus, sobald Sie nach Ihren Eiern gesehen haben. Geben Sie mir die Kräuter für das Omelett. Beeilen Sie sich!“

Er war ziemlich barsch. So hatte Jemima ihn noch nie reden hören. Sie war überrascht, und auf einmal fühlte sie sich gar nicht mehr wohl.

Während sie drinnen im Schuppen war, hörte sie draußen hinter der Bretterwand Pfoten trappeln. Jemand mit einer schwarzen Nase schnupperte unten an der Tür und schloss sie dann ab.

Jemima bekam große Angst.

Gleich darauf brach ein schrecklicher Lärm los: Bellen und Jaulen, Knurren und Heulen, Quieken und Stöhnen. Und von dem Herrn mit dem fuchsroten Backenbart sah man nie wieder etwas.

Nach einer Weile öffnete Kep die Schuppentür und ließ Jemima Pratschel-Watschel heraus. Leider stürmten die Welpen hinein und verschlangen alle neun Eier, ehe er sie daran hindern konnte. Kep hatte einen Biss am Ohr abbekommen, und beide Welpen hinkten.

Jemima wurde nach Hause begleitet, und den ganzen Weg über weinte sie um ihre Eier.

Im Juni legte sie noch einmal Eier, und diesmal durfte sie sie selbst behalten. Doch nur aus vier von ihnen schlüpften Entenküken.

Jemima Pratschel-Watschel sagte, das liege an ihren Nerven. Aber sie war schon immer eine schlechte Brüterin gewesen.

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- Also known as: Die Geschichte von Emma Ententopf
- Characters: Kep
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- Wikidata: https://www.wikidata.org/wiki/Q3079758
- Source: The Tale of Jemima Puddle-Duck, Beatrix Potter (Frederick Warne & Co., London, 1908; Project Gutenberg #14814) (https://www.gutenberg.org/ebooks/14814)
- Public-domain basis: Talerie contemporary retelling (CC0 2026), based on: The Tale of Jemima Puddle-Duck, Beatrix Potter (Frederick Warne & Co., London, 1908; Project Gutenberg #14814) — original: author died 1943 (+70 passed)
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