# Die kleine Meerjungfrau

_Hans Christian Andersen_ · 15 min read · ages 6-11

Die jüngste Tochter des Meerkönigs rettet einen Prinzen aus dem Sturm und gibt der Meerhexe ihre Stimme für zwei menschliche Beine. Als der Prinz eine andere zur Braut nimmt, bringen ihr die Schwestern ein Messer; sie wirft es in die Wellen, löst sich in Schaum auf und steigt zu den Töchtern der Luft.

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Weit draußen auf dem Meer ist das Wasser so blau wie die Kornblume und so klar wie Glas, aber tiefer, als jedes Ankertau reicht. Dort unten wohnt das Meervolk, und an der tiefsten Stelle steht das Schloss des Meerkönigs, mit Mauern aus Korallen und einem Dach aus Muschelschalen.

Der Meerkönig war Witwer, und seine alte Mutter hütete seine sechs Töchter. Die jüngste war die schönste, ihre Haut so fein wie ein Rosenblatt und ihre Augen so blau wie die tiefste See. Füße hatte sie so wenig wie ihre Schwestern, ihr Körper endete in einem Fischschwanz.

Jede Prinzessin hatte im Garten vor dem Schloss ihr eigenes Beet. Die Jüngste machte das ihre rund wie die Sonne und pflanzte nur rote Blumen hinein. Sie war ein stilles Kind, und ihr Liebstes war eine Marmorstatue, ein Junge aus weißem Stein, den ein Schiffbruch auf den Meeresgrund gebracht hatte.

Am liebsten hörte sie von der Welt der Menschen: dass die Blumen dort oben duften und die Vögel in den grünen Bäumen singen.

„Wenn ihr fünfzehn Jahre alt seid“, sagte die Großmutter, „dürft ihr auftauchen, im Mondschein auf den Klippen sitzen und die großen Schiffe vorbeisegeln sehen.“

Weil immer eine Schwester ein Jahr jünger war als die andere, hatte die Jüngste noch fünf Jahre zu warten, und keine sehnte sich so wie sie. Manche Nacht stand sie am Fenster und sah hinauf zu Mond und Sternen.

Die Älteste kam zurück und erzählte, das Schönste sei, im Mondschein auf einer Sandbank zu liegen und die große Stadt zu betrachten, wo die Lichter blinken wie hundert Sterne und die Glocken läuten. Die zweite tauchte auf, als die Sonne unterging: der ganze Himmel wie Gold, und ein Schwarm wilder Schwäne flog der Sonne nach.

Die dritte war die mutigste und schwamm einen Fluss hinauf, zwischen grüne Hügel und Wälder. In einer Bucht plantschten Menschenkinder; sie wollte mit ihnen spielen, doch sie liefen davon, und ein kleines schwarzes Tier bellte sie so laut an, dass sie zurückfloh. Es war ein Hund, aber einen Hund hatte sie nie gesehen.

Die vierte blieb auf der weiten See, wo der Himmel wie eine Glasglocke darübersteht. Die fünfte hatte im Winter Geburtstag und setzte sich auf einen Eisberg, größer als ein Kirchturm; als das Gewitter aufzog, saß sie ruhig da und sah die Blitze ins Wasser fahren.

Bald wurde den Schwestern das Auftauchen gleichgültig. Stieg ein Sturm auf, sangen sie vor den Schiffen davon, wie schön es unten sei, aber die Seeleute hielten es für den Wind. Dann blieb die Kleinste allein zurück, und ihr war, als müsste sie weinen. Doch eine Meerjungfrau hat keine Tränen, und darum leidet sie viel mehr.

Endlich war sie fünfzehn.

„Nun bist du erwachsen“, sagte die Großmutter. „Komm, ich schmücke dich wie deine Schwestern.“ Sie setzte ihr einen Kranz aus weißen Lilien ins Haar und ließ acht große Austern an ihrem Schwanz festklemmen.

„Das tut weh“, sagte die kleine Meerjungfrau.

„Wer schön sein will, muss leiden“, sagte die Alte.

Gern hätte sie die ganze Pracht abgeschüttelt, denn ihre roten Blumen standen ihr besser. Aber sie sagte nur: „Lebt wohl“, und stieg leicht wie eine Blase hinauf.

Die Sonne war eben untergegangen, als sie den Kopf über das Wasser hob. Ganz in der Nähe lag ein großes Schiff voller Musik und bunter Laternen. Sie schwamm bis ans Kajütenfenster und sah dort einen jungen Prinzen mit großen dunklen Augen. Man feierte seinen Geburtstag, und als er an Deck trat, stiegen hundert Raketen auf.

Sie konnte die Augen nicht von ihm wenden. Dann zog ein schweres Wetter auf, und bald tauchte das Schiff wie ein Schwan zwischen schwarzen Wasserbergen auf und nieder. Der kleinen Meerjungfrau kam das lustig vor, den Seeleuten nicht. Der Mast brach, und das Wasser drang in den Rumpf.

Sie suchte den Prinzen und sah ihn versinken, als das Schiff auseinanderbrach. Einen Augenblick war sie froh, denn nun kam er zu ihr hinunter. Dann fiel ihr ein, dass Menschen im Wasser nicht leben können. Nein, sterben durfte er nicht. Sie schwamm zwischen den Balken hindurch, hielt seinen Kopf über Wasser und ließ sich mit ihm treiben.

Am Morgen war das Unwetter vorbei. Sie küsste seine Stirn und strich ihm das nasse Haar zurück; er glich der Marmorstatue in ihrem Garten. Vor sich sah sie Land und ein großes weißes Gebäude. Sie trug ihn an den Sand einer stillen Bucht und legte ihn hin, den Kopf hoch in der warmen Sonne.

Da läuteten Glocken. Die kleine Meerjungfrau schwamm hinter ein paar hohe Steine und wartete ab, wer zu dem Prinzen käme. Ein junges Mädchen fand ihn und holte Hilfe, und die Meerjungfrau sah, wie er zu sich kam und alle anlächelte. Ihr lächelte er nicht zu, er wusste ja nicht, dass sie ihn gerettet hatte.

Traurig kehrte sie heim. Manchen Morgen stieg sie zu der Stelle hinauf, wo sie ihn zurückgelassen hatte, aber sie sah ihn nicht. Zuletzt erzählte sie es einer Schwester, und gleich wussten es alle. Eine von ihnen wusste, wo sein Reich lag.

„Komm, kleine Schwester“, sagten die anderen, und Arm in Arm stiegen sie dorthin hinauf, wo sein Schloss stand.

Von da an war sie manche Nacht auf dem Wasser und sah dem Prinzen zu, der sich allein glaubte. Immer mehr wünschte sie, unter den Menschen zu leben, und fragte die Großmutter.

„Wenn die Menschen nicht ertrinken“, fragte sie, „leben sie dann ewig?“

„Auch sie müssen sterben“, sagte die Alte, „und ihr Leben ist kürzer als unseres. Wir werden dreihundert Jahre alt, und dann werden wir zu Schaum auf dem Wasser. Wir haben keine unsterbliche Seele. Die Menschen aber haben eine, die weiterlebt und hinauf zu den Sternen steigt.“

„Kann ich denn gar nichts tun, um eine zu gewinnen?“, fragte die kleine Meerjungfrau traurig. „Ich gäbe meine dreihundert Jahre gern dafür her, nur einen einzigen Tag ein Mensch zu sein.“

„Nur wenn ein Mensch dich so lieb hätte, dass du ihm mehr wärst als Vater und Mutter“, sagte die Großmutter, „und der Priester eure Hände für immer ineinanderlegte, dann flösse seine Seele in deinen Körper über. Aber das kann nie geschehen. Was hier im Meer schön ist, dein Fischschwanz, das finden sie oben hässlich; dort muss man zwei plumpe Stützen haben, die sie Beine nennen, um schön zu sein.“

Am Abend war Hofball, und die kleine Meerjungfrau sang schöner als alle. Doch mitten in der Freude schlich sie hinaus und dachte: Alles will ich wagen. Ich gehe zur Meerhexe, vor der mir immer so bange war.

Der Weg führte durch brausende Strudel, die alles in die Tiefe rissen, und über heißen Schlamm. Dann kam ein Wald, in dem alle Bäume und Büsche Polypen waren, halb Tier, halb Pflanze, mit langen Armen, die für immer festhielten, was sie zu fassen bekamen. Aber sie dachte an den Prinzen und an die Seele der Menschen, band ihr Haar fest um den Kopf und schoss dahin, so schnell ein Fisch nur schießen kann.

Mitten auf einem sumpfigen Platz stand das Haus der Meerhexe. Sie fütterte gerade eine Kröte, und die dicken Wasserschlangen nannte sie ihre Küken.

„Ich weiß schon, was du willst“, sagte die Meerhexe. „Es ist dumm von dir, aber du sollst deinen Willen haben, denn er wird dich ins Unglück stürzen. Ich koche dir einen Trank. Damit musst du vor Sonnenaufgang an Land schwimmen und ihn trinken. Dann vergeht dein Schwanz, und es wird daraus, was die Menschen hübsche Beine nennen. Aber jeder Schritt wird sein, als trätest du auf Messer. Willst du das ertragen?“

„Ja“, sagte die kleine Meerjungfrau mit bebender Stimme und dachte an den Prinzen und an die unsterbliche Seele.

„Aber bedenke: Hast du erst Menschengestalt, kannst du nie wieder eine Meerjungfrau werden und nie mehr zu deinen Schwestern zurück. Und gewinnst du die Liebe des Prinzen nicht so, dass der Priester eure Hände ineinanderlegt, bekommst du keine unsterbliche Seele. Am ersten Morgen, nachdem er eine andere geheiratet hat, bricht dein Herz, und du wirst zu Schaum auf dem Wasser.“

„Ich will es“, sagte die kleine Meerjungfrau, und sie war blass wie der Tod.

„Aber du musst mich bezahlen, und ich verlange nicht wenig. Du hast die schönste Stimme auf dem Meeresgrund. Diese Stimme musst du mir geben.“

„Aber wenn du mir die Stimme nimmst“, sagte die kleine Meerjungfrau, „was bleibt mir dann?“

„Deine schöne Gestalt“, sagte die Hexe, „dein schwebender Gang und deine sprechenden Augen. Damit kannst du ein Menschenherz betören. Nun, hast du den Mut verloren?“

„Es geschehe“, sagte die kleine Meerjungfrau.

Da setzte die Hexe ihren Kessel auf, und als er kochte, klang es, als weinte jemand darin. Sie reichte ihr den Trank und nahm ihr dafür die Stimme, und von da an konnte die kleine Meerjungfrau weder sprechen noch singen. Die Polypen wichen zurück, als sie den Trank leuchten sahen.

Im Schloss ihres Vaters schliefen alle. Sie wagte nicht hineinzugehen, nun, da sie stumm war und für immer fortwollte. Sie nahm aus jedem Beet ihrer Schwestern eine Blume und stieg durch die dunkelblaue See hinauf.

Vor Sonnenaufgang stieg sie die Marmortreppe des Prinzen hinauf und trank den brennenden Trank. Es war, als ginge ein Schwert durch ihren Körper, und sie sank hin und lag wie tot. Als sie erwachte, stand der junge Prinz vor ihr. Sie senkte die Augen und sah, dass ihr Fischschwanz fort war und sie zwei zarte weiße Beine hatte. Er fragte, wer sie sei; antworten konnte sie nicht. Da nahm er sie bei der Hand und führte sie ins Schloss, und jeder Schritt tat weh, wie die Hexe es vorausgesagt hatte.

Sie bekam Kleider aus Seide und war die Schönste im Schloss, aber sie war stumm. Als Sängerinnen vor dem Prinzen sangen und er einer von ihnen zulächelte, dachte sie: Wenn er nur wüsste, dass ich meine Stimme für immer hingegeben habe, um bei ihm zu sein.

Dann tanzte sie zur schönsten Musik und schwebte über den Boden hin, wie noch nie jemand getanzt hatte. Alle waren entzückt, der Prinz am meisten, und er nannte sie sein kleines Findelkind. Sie tanzte immer weiter, obwohl es jedes Mal, wenn ihr Fuß den Boden berührte, war, als träte sie auf scharfe Messer.

Sie durfte vor seiner Tür auf einem Samtkissen schlafen und ihn zu Pferd begleiten, und obwohl ihre Füße bluteten, folgte sie ihm auf die hohen Berge. Nachts kühlte sie ihre brennenden Füße im Seewasser, und ihre Schwestern kamen Arm in Arm und sangen traurig; einmal sah sie weit draußen sogar ihre Großmutter und den Meerkönig.

Er hatte sie lieb, wie man ein gutes Kind lieb hat, aber sie zu seiner Königin zu machen, kam ihm nicht in den Sinn. Und seine Frau musste sie doch werden, sonst bekam sie keine unsterbliche Seele.

„Hast du mich nicht am liebsten von allen?“, schienen ihre Augen zu fragen, wenn er ihre Stirn küsste.

„Ja, du bist mir die Liebste“, sagte der Prinz, „denn du hast das beste Herz von allen, und du gleichst einem Mädchen, das ich nie wiederfinden werde. Ich strandete einmal, und die Wellen trugen mich an Land, wo ein heiliger Tempel steht. Die Jüngste der Mädchen, die dort dienen, fand mich und rettete mir das Leben. Sie gehört dem Tempel, und darum hat mein gutes Glück dich zu mir geschickt.“

Ach, er weiß nicht, dass ich ihm das Leben gerettet habe, dachte die kleine Meerjungfrau, und ich habe das Mädchen gesehen, das er mehr liebt als mich. Sie seufzte tief, denn weinen konnte sie nicht.

Bald hieß es, der Prinz solle die Tochter des Nachbarkönigs heiraten. „Ich muss reisen“, sagte er zu ihr. „Meine Eltern verlangen es, aber zwingen wollen sie mich nicht. Müsste ich einmal eine Braut wählen, dann eher dich, mein stummes Findelkind mit den sprechenden Augen.“

In der mondhellen Nacht saß sie an Bord, und ihre Schwestern kamen über das Wasser und rangen die weißen Hände. Sie winkte ihnen, aber der Schiffsjunge kam näher, und die Schwestern tauchten unter, sodass er meinte, das Weiße sei Schaum gewesen.

Am nächsten Morgen lief das Schiff in den Hafen ein. Jeden Tag gab es ein Fest, aber die Prinzessin war noch nicht da; sie werde in einem heiligen Tempel erzogen, hieß es. Endlich traf sie ein, und die kleine Meerjungfrau musste ihre Schönheit zugeben.

„Du bist es“, rief der Prinz, „du hast mich gerettet, als ich wie tot an der Küste lag.“ Und er schloss seine errötende Braut in die Arme. „Ich bin allzu glücklich“, sagte er zu der kleinen Meerjungfrau. „Du wirst dich über mein Glück freuen, denn du meinst es am besten mit mir.“

Die kleine Meerjungfrau küsste ihm die Hand, und ihr war, als bräche ihr Herz schon jetzt. Bei der Verlobung trug sie die Schleppe der Braut, aber ihr Ohr hörte die Musik nicht; sie dachte an alles, was sie verloren hatte.

Noch am selben Abend gingen Braut und Bräutigam an Bord, wo ein Zelt aus Gold und Purpur stand. Als es dunkel wurde, tanzten die Seeleute an Deck, und die kleine Meerjungfrau wirbelte mit im Tanz und schwebte, wie die Schwalbe schwebt. Es schnitt ihr wie Messer in die Füße, aber im Herzen tat es weit mehr weh. Sie wusste, dass dies der letzte Abend war, an dem sie ihn sah, ihn, für den sie ihre Heimat verlassen und ihre Stimme hingegeben hatte, ohne dass er es je ahnte. Dann gingen der Prinz und seine Braut Arm in Arm in das Zelt zur Ruhe.

Es wurde still auf dem Schiff. Die kleine Meerjungfrau blickte nach Osten, wo das Morgenrot heraufkam, denn der erste Sonnenstrahl, das wusste sie, würde sie töten. Da stiegen ihre Schwestern aus den Wellen, blass wie sie selbst, und ihr langes Haar war abgeschnitten.

„Wir haben es der Hexe gegeben, damit sie uns hilft. Sie hat uns ein Messer gegeben, hier ist es. Bevor die Sonne aufgeht, musst du es in das Herz des Prinzen stoßen. Dann wachsen deine Füße wieder zu einem Fischschwanz zusammen, und du kannst deine dreihundert Jahre bei uns leben. Beeile dich! Einer von euch beiden muss sterben, bevor die Sonne aufgeht.“ Sie seufzten tief und versanken in den Wellen.

Die kleine Meerjungfrau zog den Vorhang vom Zelt zurück und sah die schöne Braut mit dem Kopf an der Brust des Prinzen ruhen. Sie beugte sich hinunter und küsste ihn auf die Stirn, sah auf das Messer und wieder auf ihn, der im Traum den Namen seiner Braut sagte. Dann warf sie es weit hinaus in die Wellen, stürzte sich ins Meer und fühlte, wie ihr Körper sich in Schaum auflöste.

Nun stieg die Sonne aus dem Meer. Ihre Strahlen fielen mild und warm auf den kalten Schaum, und die kleine Meerjungfrau fühlte nichts vom Tod. Über ihr schwebten Hunderte durchsichtiger, herrlicher Geschöpfe, und sie sah, dass sie selbst einen Körper hatte wie diese und sich mehr und mehr aus dem Schaum erhob.

„Wohin komme ich?“, fragte sie, und ihre Stimme klang wie die der anderen Wesen, so fein, dass keine irdische Musik sie wiedergeben kann.

„Zu den Töchtern der Luft“, antworteten sie. „Eine Meerjungfrau kann eine unsterbliche Seele nur gewinnen, wenn ein Mensch sie liebt. Auch wir haben keine, aber wir können uns durch gute Taten selbst eine schaffen. Wir fliegen in die warmen Länder, wo die schwüle Luft die Menschen krank macht, und fächeln ihnen Kühlung zu; wir tragen den Duft der Blumen durch die Luft. Nach dreihundert Jahren guter Werke bekommen wir eine unsterbliche Seele. Du hast gelitten und ausgehalten und dich zu uns emporgehoben, und nun kannst du dir selbst eine Seele schaffen.“

Da hob die kleine Meerjungfrau ihre Augen zur Sonne, und zum ersten Mal fühlte sie Tränen darin. Auf dem Schiff suchten der Prinz und seine Braut nach ihr und blickten wehmütig auf den perlenden Schaum. Unsichtbar küsste sie der Braut die Stirn, fächelte dem Prinzen Kühlung zu und stieg mit den anderen Kindern der Luft auf die rosenrote Wolke hinauf.

„In dreihundert Jahren schweben wir so hinein in das Reich Gottes.“

„Wir können auch früher dorthin gelangen“, flüsterte eine Tochter der Luft. „Unsichtbar schweben wir in die Häuser der Menschen, in denen Kinder sind. Für jeden Tag, an dem wir ein gutes Kind finden, wird ein Jahr von den dreihundert abgezogen. Sehen wir aber ein böses Kind, so weinen wir; jede Träne legt unserer Prüfungszeit einen Tag hinzu.“

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- Source: Sämmtliche Märchen — einzige vollständige vom Verfasser besorgte Ausgabe (Hartknoch, Leipzig) (https://www.projekt-gutenberg.org/andersen/saemmaer/saemmaer.html)
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