# Mose

_Retold by Talerie (talerie.com) from Lutherbibel 1912_ · 51 min read · ages 8+

Die Tochter des Pharaos findet Mose als Baby im Schilf am Nil, und Jahre später schickt Gott ihn zum Pharao, damit er die Israeliten aus Ägypten führt. Nach den Plagen streckt Mose seine Hand über das Meer, die Israeliten gehen auf trockenem Boden hindurch, und das Wasser bedeckt die Streitwagen und Reiter der Ägypter.

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Jakob war mit seinen Söhnen nach Ägypten gezogen, und jeder von ihnen hatte seine ganze Familie mitgebracht. Es waren Ruben, Simeon, Levi und Juda, Issachar, Sebulon und Benjamin, Dan und Naftali, Gad und Asser. Siebzig Nachkommen Jakobs kamen damals ins Land. Nur Josef, sein Sohn, lebte schon dort.

Dann starben Josef und alle seine Brüder, und mit ihnen starb die ganze Generation jener Zeit. Ihre Nachkommen aber, die Israeliten, bekamen viele Kinder. Sie wurden mehr und mehr und immer stärker, bis das ganze Land voll von ihnen war.

Da kam in Ägypten ein König an die Macht, der von Josef nichts mehr wusste. Er sagte zu seinem Volk: „Seht euch die Israeliten an! Sie sind zahlreicher und stärker als wir. Wir müssen klug mit ihnen umgehen, damit sie nicht noch mehr werden. Wenn ein Krieg ausbricht, laufen sie sonst zu unseren Feinden über, kämpfen gegen uns und ziehen aus dem Land fort.“

So setzten die Ägypter Aufseher über die Israeliten, die sie mit schwerer Fronarbeit plagen sollten. Die Israeliten mussten für den Pharao die Vorratsstädte Pitom und Ramses bauen. Doch je mehr man sie quälte, desto mehr wurden sie und desto weiter breiteten sie sich aus. Bald bekamen die Ägypter Angst vor ihnen.

Ohne jedes Erbarmen zwangen sie die Israeliten zur Arbeit. Sie machten ihnen das Leben bitter mit Lehm und Ziegeln, mit allerlei Arbeit auf den Feldern und mit allem, was sie ihnen sonst noch aufluden.

Der König von Ägypten ließ auch die hebräischen Hebammen rufen. Die eine hieß Schifra, die andere Pua. „Wenn ihr den hebräischen Frauen bei der Geburt helft“, sagte er, „dann seht genau hin. Ist es ein Junge, so tötet ihn. Ist es ein Mädchen, so darf es leben.“

Aber die Hebammen fürchteten Gott. Sie taten nicht, was der König ihnen befohlen hatte, und ließen die Jungen am Leben.

Da rief der König sie wieder zu sich. „Warum tut ihr das?“, fragte er. „Warum lasst ihr die Jungen leben?“

„Pharao, die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen“, antworteten die Hebammen. „Sie sind kräftig. Noch bevor eine Hebamme bei ihnen ist, haben sie ihr Kind schon geboren.“

Darum tat Gott den Hebammen Gutes, und weil sie ihn fürchteten, schenkte er ihnen eigene Familien. Das Volk aber wurde immer größer und stärker.

Da gab der Pharao seinem ganzen Volk einen Befehl: „Jeden Jungen, der den Hebräern geboren wird, werft in den Nil! Nur die Mädchen lasst leben.“

Damals heiratete ein Mann aus dem Stamm Levi eine Frau, die ebenfalls aus dem Stamm Levi kam. Die Frau wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Als sie sah, was für ein schönes Kind er war, versteckte sie ihn. Drei Monate lang hielt sie ihn verborgen.

Als sie ihn nicht länger verstecken konnte, nahm sie ein Körbchen aus Schilfrohr, dichtete es mit Harz und Pech ab und legte das Kind hinein. Dann setzte sie das Körbchen ins Schilf am Ufer des Nils. Seine Schwester aber stellte sich in einiger Entfernung auf, denn sie wollte sehen, was mit dem Kleinen geschehen würde.

Bald darauf kam die Tochter des Pharaos zum Nil herunter, um zu baden, und ihre Dienerinnen gingen am Ufer entlang. Da entdeckte sie das Körbchen im Schilf. Sie schickte eine Dienerin hin und ließ es holen.

Als sie es öffnete, sah sie darin einen kleinen Jungen, der weinte. Das Kind tat ihr leid. „Das ist ein Kind der Hebräer“, sagte sie.

Da trat seine Schwester zu der Tochter des Pharaos. „Soll ich gehen und dir eine Amme holen, eine von den hebräischen Frauen? Sie könnte den Kleinen für dich stillen.“

„Ja, geh“, sagte die Tochter des Pharaos. Da lief das Mädchen los und holte die Mutter des Kindes.

„Nimm dieses Kind mit und still es für mich“, sagte die Tochter des Pharaos zu ihr. „Ich will dich dafür bezahlen.“ Da nahm die Frau ihr eigenes Kind und stillte es.

Als der Junge größer geworden war, brachte seine Mutter ihn zur Tochter des Pharaos, und er wurde ihr Sohn. Sie nannte ihn Mose, denn sie sagte: „Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.“

Jahre vergingen, und Mose wurde ein Mann. Eines Tages ging er hinaus zu seinen Brüdern, den Israeliten, und sah, wie schwer sie schuften mussten. Da bemerkte er einen Ägypter, der einen Hebräer schlug, einen von seinen eigenen Leuten.

Mose blickte nach allen Seiten. Als er sah, dass niemand in der Nähe war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.

Am nächsten Tag ging er wieder hinaus. Da sah er zwei Hebräer, die miteinander stritten. „Warum schlägst du einen von deinem eigenen Volk?“, fragte er den, der im Unrecht war.

Doch der Mann fuhr ihn an: „Wer hat dich denn zum Anführer und Richter über uns gemacht? Willst du mich auch umbringen, so wie du den Ägypter umgebracht hast?“

Da bekam Mose Angst. „Es ist also doch bekannt geworden“, sagte er.

Bald erfuhr auch der Pharao, was geschehen war, und er wollte Mose töten lassen. Mose aber floh vor ihm und ging ins Land Midian. Dort setzte er sich an einen Brunnen.

Der Priester von Midian hatte sieben Töchter. Sie kamen zum Brunnen, schöpften Wasser und füllten die Tränkrinnen, um die Schafe ihres Vaters zu tränken. Doch Hirten kamen dazu und jagten sie weg. Mose aber stand auf, half den Mädchen und tränkte ihre Schafe.

Als die Töchter zu ihrem Vater Jitro heimkamen, wunderte er sich. „Warum seid ihr heute schon so früh zurück?“

„Ein Ägypter hat uns vor den Hirten beschützt“, erzählten sie. „Er hat sogar Wasser für uns geschöpft und die Schafe getränkt.“

„Und wo ist er?“, fragte Jitro. „Warum habt ihr den Mann draußen gelassen? Ruft ihn herein, er soll mit uns essen.“

So kam Mose in das Haus des Priesters und blieb gern bei ihm. Jitro gab ihm seine Tochter Zippora zur Frau. Zippora bekam einen Sohn, und Mose nannte ihn Gerschom, denn er sagte: „Ich bin ein Fremder in einem fremden Land geworden.“

Lange Zeit danach starb der König von Ägypten. Die Israeliten aber stöhnten unter ihrer schweren Arbeit und schrien, und ihr Schreien drang bis zu Gott. Gott hörte ihr Klagen, und er dachte an den Bund, den er mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte. Er sah auf die Israeliten und nahm sich ihrer an.

Mose hütete inzwischen die Schafe seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Einmal trieb er die Herde weit über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb.

Dort sah er eine Feuerflamme, die mitten aus einem Dornbusch schlug. Der Dornbusch brannte lichterloh und verbrannte doch nicht. „Ich will hingehen und mir das genauer ansehen“, dachte Mose. „Warum verbrennt der Busch nicht?“

Als Gott sah, dass Mose näher kam, rief er ihn aus dem Dornbusch: „Mose, Mose!“

„Hier bin ich“, antwortete Mose.

„Komm nicht näher!“, sagte Gott. „Zieh deine Schuhe aus, denn der Boden, auf dem du stehst, ist heiliger Boden.“ Und weiter sagte er: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“

Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzusehen.

„Ich habe gesehen, wie elend es meinem Volk in Ägypten geht“, sagte Gott. „Ich habe gehört, wie sie über ihre Antreiber schreien, und ich weiß, wie sie leiden. Darum bin ich herabgekommen, um sie aus der Hand der Ägypter zu retten. Ich will sie aus diesem Land herausführen in ein gutes, weites Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.“

„Das Schreien der Israeliten ist zu mir gedrungen“, fuhr Gott fort, „und ich habe gesehen, wie die Ägypter sie quälen. So geh nun! Ich sende dich zum Pharao. Du sollst mein Volk aus Ägypten herausführen.“

Mose sagte zu Gott: „Wer bin ich denn, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten führen soll?“

„Ich werde mit dir sein“, antwortete Gott. „Und daran sollst du erkennen, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr mir an diesem Berg Opfer bringen.“

„Wenn ich nun zu den Israeliten komme“, sagte Mose, „und zu ihnen sage: ‚Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt‘, und sie fragen mich: ‚Wie heißt er?‘, was soll ich ihnen dann antworten?“

„Ich bin, der ich bin“, sagte Gott. „So sollst du zu den Israeliten sagen: ‚Ich bin‘ hat mich zu euch gesandt.“

Und weiter sagte Gott zu Mose: „Sag zu den Israeliten: ‚Gott, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt.‘ Das ist mein Name für alle Zeit, und unter diesem Namen sollen alle Generationen an mich denken.“

„Dann geh“, sagte Gott, „ruf die Ältesten Israels zusammen und sag ihnen: ‚Gott, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Er hat gesagt: Ich habe gesehen, was man euch in Ägypten antut, und ich will euch aus dem Elend Ägyptens herausführen in das Land, in dem Milch und Honig fließen.‘“

„Sie werden auf dich hören“, fuhr er fort. „Dann sollst du mit den Ältesten zum König von Ägypten gehen, und ihr sollt zu ihm sagen: ‚Der Gott der Hebräer ist uns begegnet. Lass uns nun drei Tagesreisen weit in die Wüste ziehen, damit wir unserem Gott Opfer bringen.‘ Ich weiß aber, dass der König von Ägypten euch nicht ziehen lassen wird, wenn ihn nicht eine starke Hand dazu zwingt. Darum werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten mit vielen Wundern schlagen. Danach wird er euch ziehen lassen.“

„Und ich will dafür sorgen, dass die Ägypter diesem Volk wohlgesinnt sind“, sagte Gott. „Wenn ihr fortzieht, sollt ihr nicht mit leeren Händen gehen. Jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und von der Frau, die in ihrem Haus wohnt, silberne und goldene Gefäße und Kleider erbitten. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen und so den Ägyptern ihren Reichtum abnehmen.“

„Aber sie werden mir nicht glauben“, wandte Mose ein, „und nicht auf mich hören. Sie werden sagen: ‚Gott ist dir nicht erschienen.‘“

„Was hast du da in der Hand?“, fragte Gott.

„Einen Stab.“

„Wirf ihn auf die Erde!“

Mose warf den Stab auf den Boden, und der Stab wurde zu einer Schlange. Erschrocken wich Mose vor ihr zurück und floh.

„Streck deine Hand aus und pack sie am Schwanz!“, sagte Gott.

Da streckte Mose die Hand aus und packte die Schlange, und in seiner Hand wurde sie wieder zum Stab.

„Daran sollen sie erkennen“, sagte Gott, „dass ich dir erschienen bin, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ Und weiter sagte er: „Steck deine Hand in dein Gewand, an deine Brust!“

Mose steckte die Hand hinein, und als er sie wieder herauszog, war sie vom Aussatz so weiß wie Schnee.

„Steck sie noch einmal hinein!“, sagte Gott.

Mose tat es, und als er die Hand diesmal herauszog, war sie wieder so gesund wie der übrige Körper.

„Wenn sie dir beim ersten Zeichen nicht glauben“, sagte Gott, „dann werden sie dir beim zweiten glauben. Und wenn sie auch diesen beiden Zeichen nicht glauben und nicht auf dich hören, dann nimm Wasser aus dem Nil und gieß es auf das trockene Land. Das Wasser, das du aus dem Nil geschöpft hast, wird auf dem Land zu Blut werden.“

„Ach, mein Gott“, sagte Mose, „ich konnte noch nie gut reden, früher nicht und auch jetzt nicht, seit du mit mir sprichst. Meine Zunge ist schwer, und die Worte kommen mir nur mühsam über die Lippen.“

„Wer hat dem Menschen den Mund gemacht?“, fragte Gott. „Wer macht ihn stumm oder taub, sehend oder blind? Bin ich es nicht, Gott? So geh nun! Ich will dir beim Reden helfen und dich lehren, was du sagen sollst.“

„Ach, mein Gott“, sagte Mose, „schick doch einen anderen, wen du willst.“

Da wurde Gott sehr zornig über Mose. „Ist da nicht dein Bruder Aaron, der Levit? Ich weiß, dass er gut reden kann. Schon ist er unterwegs, dir entgegen, und wenn er dich sieht, wird er sich von Herzen freuen.“

„Du sollst mit ihm reden“, fuhr Gott fort, „und ihm die Worte in den Mund legen. Ich will euch beiden beim Reden helfen und euch lehren, was ihr tun sollt. Er soll für dich zum Volk sprechen. Er soll dein Mund sein, und du sollst für ihn sein wie Gott. Und diesen Stab nimm in die Hand. Mit ihm sollst du die Zeichen tun.“

Mose ging zurück zu seinem Schwiegervater Jitro. „Lass mich doch gehen“, bat er ihn. „Ich will zu meinen Brüdern nach Ägypten zurückkehren und sehen, ob sie noch leben.“

„Geh in Frieden“, sagte Jitro.

Noch in Midian sagte Gott zu Mose: „Geh, kehr nach Ägypten zurück! Alle, die dich töten wollten, sind tot.“ Da setzte Mose seine Frau und seinen Sohn auf einen Esel und machte sich auf den Weg nach Ägypten. Den Stab Gottes trug er in der Hand.

Unterwegs sagte Gott zu ihm: „Wenn du nach Ägypten kommst, dann tu vor dem Pharao alle Wunder, die ich in deine Hand gelegt habe. Ich aber will sein Herz hart machen, sodass er das Volk nicht ziehen lässt. Dann sollst du zu ihm sagen: ‚Gott lässt dir sagen: Israel ist mein erstgeborener Sohn. Ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient! Weigerst du dich, dann werde ich deinen erstgeborenen Sohn töten.‘“

Als sie unterwegs an einem Rastplatz übernachteten, trat Gott Mose entgegen und wollte ihn töten. Da nahm Zippora einen scharfen Stein und schnitt ihrem Sohn die Vorhaut ab. Damit berührte sie die Füße ihres Mannes und sagte: „Ein Blutbräutigam bist du mir!“

Da ließ Gott von ihm ab. Wegen der Beschneidung hatte Zippora ihn Blutbräutigam genannt.

Gott hatte auch zu Aaron gesagt: „Geh in die Wüste, Mose entgegen!“ Da ging Aaron los, traf seinen Bruder am Berg Gottes und küsste ihn. Mose erzählte ihm alles, was Gott ihm aufgetragen hatte, und von allen Zeichen, die er tun sollte.

Dann gingen Mose und Aaron zusammen nach Ägypten und riefen alle Ältesten der Israeliten zusammen. Aaron wiederholte alles, was Gott zu Mose gesagt hatte, und vor den Augen des Volkes tat er die Zeichen.

Da glaubte das Volk. Als die Israeliten hörten, dass Gott nach ihnen gesehen und ihr Elend bemerkt hatte, verneigten sie sich und beteten.

Danach gingen Mose und Aaron zum neuen Pharao, der jetzt über Ägypten herrschte. „Gott, der Gott Israels, lässt dir sagen: Lass mein Volk ziehen! Es soll in der Wüste ein Fest für mich feiern.“

„Wer ist denn dieser Gott, dass ich auf ihn hören und Israel ziehen lassen soll?“, antwortete der Pharao. „Ich kenne diesen Gott nicht, und Israel lasse ich auch nicht ziehen.“

„Der Gott der Hebräer ist uns begegnet“, sagten die beiden. „Lass uns drei Tagesreisen weit in die Wüste ziehen und unserem Gott Opfer bringen, sonst schlägt er uns mit Pest oder Schwert.“

„Mose und Aaron, warum haltet ihr das Volk von der Arbeit ab?“, sagte der Pharao. „Geht zurück an eure Arbeit! Es gibt jetzt schon so viele von ihnen im Land, und ihr wollt ihnen auch noch Ruhe von der Arbeit verschaffen!“

Noch am selben Tag gab der Pharao den Aufsehern und den israelitischen Vorarbeitern einen Befehl: „Gebt den Leuten kein Stroh mehr für die Ziegel, wie ihr es bisher getan habt. Sie sollen selbst gehen und sich Stroh zusammensuchen. Aber verlangt von ihnen genauso viele Ziegel wie bisher, nicht einen weniger.“

„Sie sind faul“, sagte er, „darum schreien sie: ‚Wir wollen gehen und unserem Gott opfern.‘ Man soll ihnen noch mehr Arbeit aufladen, damit sie zu tun haben und nicht auf leeres Gerede hören.“

Da gingen die Aufseher und die Vorarbeiter hinaus und sagten zum Volk: „Der Pharao lässt euch sagen: ‚Ich gebe euch kein Stroh mehr. Geht selbst und holt euch Stroh, wo ihr welches findet. Aber ihr müsst genauso viel arbeiten wie bisher.‘“

So zerstreute sich das Volk über ganz Ägypten, um Stoppeln zu sammeln, die das Stroh ersetzen sollten. Die Aufseher aber trieben sie an: „Schafft euer Tagewerk, genauso viel wie damals, als ihr noch Stroh hattet!“

Die Aufseher des Pharaos hatten israelitische Vorarbeiter über das Volk gesetzt, und diese Vorarbeiter wurden nun geschlagen. „Warum habt ihr gestern und heute nicht so viele Ziegel gemacht wie vorher?“, fragte man sie.

Da gingen die Vorarbeiter zum Pharao und klagten: „Warum tust du deinen Dienern das an? Man gibt uns kein Stroh mehr und sagt trotzdem: ‚Macht Ziegel!‘ Und jetzt werden deine Diener geschlagen. Dabei liegt die Schuld bei deinem eigenen Volk.“

„Faul seid ihr, faul!“, sagte der Pharao. „Darum sagt ihr: ‚Wir wollen gehen und Gott opfern.‘ Geht jetzt an die Arbeit! Stroh bekommt ihr keins, aber die Ziegel liefert ihr genauso wie bisher.“

Da merkten die Vorarbeiter, wie schlimm es um sie stand, denn es hieß ja: Nicht ein Ziegel weniger am Tag.

Als sie vom Pharao kamen, trafen sie auf Mose und Aaron, die draußen auf sie warteten. „Gott soll euch ansehen und richten!“, sagten sie. „Ihr habt uns beim Pharao und bei seinen Dienern in Verruf gebracht. Ihr habt ihnen das Schwert in die Hand gegeben, damit sie uns umbringen.“

Da wandte sich Mose wieder an Gott. „Mein Gott, warum tust du diesem Volk so Böses an? Warum hast du mich überhaupt hergeschickt? Seit ich zum Pharao gegangen bin, um in deinem Namen mit ihm zu reden, quält er das Volk noch mehr, und du hast dein Volk nicht gerettet.“

„Jetzt wirst du sehen, was ich mit dem Pharao mache“, antwortete Gott. „Eine starke Hand wird ihn zwingen, sie ziehen zu lassen. Ja, mit starker Hand wird er sie aus seinem Land jagen.“

Und Gott sagte zu Mose: „Ich bin Gott. Abraham, Isaak und Jakob bin ich als der allmächtige Gott erschienen, aber unter meinem Namen habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben. Ich habe einen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen versprochen, ihnen das Land Kanaan zu geben, in dem sie als Fremde gelebt haben. Und ich habe die Klagen der Israeliten gehört, die von den Ägyptern als Sklaven gequält werden, und habe an meinen Bund gedacht.“

„Darum sag den Israeliten“, fuhr Gott fort: „‚Ich bin Gott. Ich will euch von der Last der Ägypter befreien und euch aus der Sklaverei retten. Mit ausgestrecktem Arm und mit großen Strafgerichten will ich euch erlösen. Ich will euch zu meinem Volk machen und euer Gott sein, und ihr sollt erfahren, dass ich Gott bin, euer Gott, der euch aus der Last Ägyptens herausführt. Ich bringe euch in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe. Als Eigentum gebe ich es euch, ich, Gott.‘“

Mose sagte das alles den Israeliten. Aber sie hörten nicht auf ihn, so mutlos waren sie und so erschöpft von der harten Arbeit.

Da sagte Gott zu Mose: „Geh zum Pharao, dem König von Ägypten, und sag ihm, dass er die Israeliten aus seinem Land ziehen lassen soll.“

„Nicht einmal die Israeliten hören auf mich“, antwortete Mose. „Wie sollte da der Pharao auf mich hören? Ich kann doch nicht gut reden.“

So redete Gott mit Mose und Aaron und gab ihnen den Auftrag, zu den Israeliten und zum Pharao zu gehen und die Israeliten aus Ägypten zu führen.

Aaron und Mose gehörten zum Stamm Levi. Man kannte ihre Väter und Großväter, so wie man in Israel die Söhne und Enkel von Ruben, Simeon und Levi kannte, alle Familien mit ihren Namen. Diese beiden waren es, zu denen Gott gesagt hatte: „Führt die Israeliten aus Ägypten, Schar um Schar!“ Und sie waren es, die mit dem Pharao, dem König von Ägypten, redeten.

An dem Tag, an dem Gott in Ägypten mit Mose sprach, sagte er zu ihm: „Ich bin Gott. Sag dem Pharao, dem König von Ägypten, alles, was ich dir sage.“

Mose aber antwortete wieder: „Ich kann nicht gut reden. Wie sollte der Pharao da auf mich hören?“

„Sieh her“, sagte Gott. „Ich mache dich für den Pharao zu einem Gott, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein. Du sagst alles, was ich dir auftrage, und Aaron sagt es dem Pharao, damit er die Israeliten aus seinem Land ziehen lässt.“

„Ich aber will das Herz des Pharaos hart machen“, sagte Gott weiter, „damit ich viele Zeichen und Wunder in Ägypten tun kann. Der Pharao wird nicht auf euch hören. Dann lege ich meine Hand auf Ägypten und führe mein Volk, die Israeliten, Schar um Schar mit großen Strafgerichten aus dem Land. Die Ägypter sollen erkennen, dass ich Gott bin, wenn ich meine Hand gegen Ägypten ausstrecke und die Israeliten aus ihrer Mitte wegführe.“

Mose und Aaron taten, was Gott ihnen befohlen hatte. Mose war achtzig Jahre alt und Aaron dreiundachtzig, als sie mit dem Pharao redeten.

Gott sagte zu Mose und Aaron: „Wenn der Pharao zu euch sagt: ‚Zeigt mir ein Wunder!‘, dann sag zu Aaron: ‚Nimm deinen Stab und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‘ Dann wird der Stab zu einer Schlange.“

So gingen Mose und Aaron zum Pharao und taten, was Gott ihnen befohlen hatte. Aaron warf seinen Stab vor dem Pharao und seinen Dienern auf den Boden, und der Stab wurde zu einer Schlange.

Da ließ der Pharao seine Weisen und Zauberer rufen, und die ägyptischen Zauberer machten es mit ihren Zauberkünsten nach. Jeder warf seinen Stab auf den Boden, und es wurden Schlangen daraus. Aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.

Doch das Herz des Pharaos blieb hart, und er hörte nicht auf Mose und Aaron, so wie Gott es gesagt hatte.

Da sagte Gott zu Mose: „Das Herz des Pharaos ist hart. Er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen. Geh morgen früh zu ihm, wenn er zum Wasser hinuntergeht. Stell dich ans Ufer des Nils und warte auf ihn, und nimm den Stab mit, der zur Schlange geworden war.“

„Dann sag zu ihm“, fuhr Gott fort: „‚Gott, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir geschickt und lässt dir sagen: Lass mein Volk ziehen! Es soll mir in der Wüste dienen. Aber bis jetzt hast du nicht hören wollen. Darum sagt Gott: Daran sollst du erkennen, dass ich Gott bin. Mit dem Stab in meiner Hand schlage ich auf das Wasser im Nil, und es wird sich in Blut verwandeln. Die Fische im Nil werden sterben, der Fluss wird stinken, und die Ägypter werden sich davor ekeln, Wasser aus dem Nil zu trinken.‘“

Und Gott sagte zu Mose: „Sag zu Aaron: ‚Nimm deinen Stab und streck deine Hand aus über die Gewässer Ägyptens, über seine Flüsse und Kanäle, über seine Teiche und alle Sümpfe, damit sie zu Blut werden.‘ In ganz Ägypten soll Blut sein, sogar in den Gefäßen aus Holz und aus Stein.“

Mose und Aaron taten, was Gott ihnen befohlen hatte. Vor den Augen des Pharaos und seiner Diener hob Aaron den Stab und schlug auf das Wasser des Nils, und alles Wasser im Fluss verwandelte sich in Blut. Die Fische im Nil starben, und der Fluss stank so sehr, dass die Ägypter kein Wasser mehr daraus trinken konnten. In ganz Ägypten war Blut.

Aber die ägyptischen Zauberer machten es mit ihren Zauberkünsten nach. Das Herz des Pharaos blieb hart, und er hörte nicht auf Mose und Aaron, so wie Gott es gesagt hatte. Der Pharao wandte sich ab, ging in seinen Palast und nahm sich auch das nicht zu Herzen.

Alle Ägypter aber gruben rings um den Nil nach Trinkwasser, denn das Wasser aus dem Fluss konnten sie nicht trinken. Seit Gott den Nil geschlagen hatte, vergingen sieben Tage.

Dann sagte Gott zu Mose: „Geh zum Pharao und sag ihm: ‚Gott lässt dir sagen: Lass mein Volk ziehen! Es soll mir dienen. Wenn du dich weigerst, dann plage ich dein ganzes Land mit Fröschen. Der Nil wird von Fröschen wimmeln. Sie werden heraufkommen und in deinen Palast kriechen, in deine Schlafkammer, in die Häuser deiner Diener und deines Volkes, in deine Backöfen und in deine Teigschüsseln. Auf dich, auf dein Volk und auf alle deine Diener werden die Frösche kriechen.‘“

Und Gott sagte zu Mose: „Sag zu Aaron: ‚Streck deine Hand mit dem Stab aus über die Flüsse, Kanäle und Teiche, und lass Frösche über Ägypten kommen!‘“

Da streckte Aaron die Hand über die Gewässer Ägyptens aus, und die Frösche kamen herauf und bedeckten das ganze Land. Aber die Zauberer machten es mit ihren Zauberkünsten nach und ließen ebenfalls Frösche über Ägypten kommen.

Da rief der Pharao Mose und Aaron zu sich. „Betet zu Gott, dass er die Frösche von mir und meinem Volk wegnimmt“, sagte er. „Dann will ich das Volk ziehen lassen, damit es Gott opfert.“

„Bestimm du, wann ich für dich, für deine Diener und für dein Volk beten soll“, sagte Mose. „Dann werden die Frösche aus deinen Häusern verschwinden und nur noch im Nil bleiben.“

„Morgen“, sagte der Pharao.

„Wie du sagst“, antwortete Mose. „Daran sollst du erkennen, dass niemand so ist wie Gott, unser Gott. Die Frösche werden von dir weichen, aus deinem Palast, von deinen Dienern und von deinem Volk, und nur noch im Nil bleiben.“

Mose und Aaron verließen den Pharao, und Mose rief Gott wegen der Frösche an, wie er es dem Pharao versprochen hatte. Gott tat, worum Mose ihn gebeten hatte, und die Frösche starben in den Häusern, in den Höfen und auf den Feldern. Die Leute schaufelten sie zusammen, hier einen Haufen und dort einen Haufen, und das ganze Land stank davon.

Als der Pharao aber sah, dass er wieder Luft bekam, verhärtete er sein Herz und hörte nicht auf Mose und Aaron, so wie Gott es gesagt hatte.

Da sagte Gott zu Mose: „Sag zu Aaron: ‚Streck deinen Stab aus und schlag in den Staub auf der Erde! Dann wird er in ganz Ägypten zu Stechmücken.‘“

Mose und Aaron taten es. Aaron streckte die Hand mit dem Stab aus und schlug in den Staub, und Stechmücken fielen über Menschen und Vieh her. Aller Staub im ganzen Land Ägypten wurde zu Stechmücken.

Auch die Zauberer versuchten mit ihren Zauberkünsten, Stechmücken hervorzubringen, aber sie konnten es nicht. Und die Stechmücken saßen auf Menschen und Tieren.

„Das ist der Finger Gottes!“, sagten die Zauberer zum Pharao. Doch das Herz des Pharaos blieb hart, und er hörte nicht auf Mose und Aaron, so wie Gott es gesagt hatte.

Dann sagte Gott zu Mose: „Steh morgen früh auf und tritt vor den Pharao, wenn er zum Wasser hinausgeht. Sag zu ihm: ‚Gott lässt dir sagen: Lass mein Volk ziehen! Es soll mir dienen. Wenn du es nicht ziehen lässt, dann schicke ich Fliegenschwärme über dich, deine Diener, dein Volk und deine Häuser. Die Häuser der Ägypter werden voller Fliegen sein, und auch der Boden, auf dem sie stehen.‘“

„Und sag ihm auch“, fuhr Gott fort: „‚An diesem Tag will ich das Land Goschen verschonen, wo mein Volk wohnt. Dort wird es keine Fliegenschwärme geben, damit du erkennst, dass ich Gott bin, hier mitten im Land. Ich mache einen Unterschied zwischen meinem Volk und deinem Volk. Morgen soll dieses Zeichen geschehen.‘“

Gott tat es, und dichte Fliegenschwärme kamen in den Palast des Pharaos und in die Häuser seiner Diener. Ganz Ägypten wurde von den Fliegen verwüstet.

Da rief der Pharao Mose und Aaron zu sich. „Geht und opfert eurem Gott, aber hier im Land!“

„Das geht nicht“, sagte Mose. „Was wir unserem Gott opfern, ist den Ägyptern ein Gräuel. Wenn wir vor ihren Augen opfern, was ihnen ein Gräuel ist, werden sie uns dann nicht steinigen? Drei Tagesreisen weit wollen wir in die Wüste ziehen und Gott, unserem Gott, opfern, so wie er es uns gesagt hat.“

„Ich will euch ziehen lassen, damit ihr eurem Gott in der Wüste opfert“, sagte der Pharao. „Nur geht nicht zu weit weg. Und betet auch für mich!“

„Sobald ich von dir weggehe, will ich zu Gott beten“, sagte Mose. „Morgen werden die Fliegenschwärme vom Pharao, von seinen Dienern und von seinem Volk weichen. Aber du darfst uns nicht wieder betrügen und das Volk am Ende doch nicht ziehen lassen, wenn es Gott opfern will.“

Mose ging vom Pharao hinaus und betete zu Gott. Gott tat, worum Mose ihn gebeten hatte, und nahm die Fliegenschwärme vom Pharao, von seinen Dienern und seinem Volk. Nicht eine einzige Fliege blieb übrig. Aber auch diesmal verhärtete der Pharao sein Herz und ließ das Volk nicht ziehen.

Da sagte Gott zu Mose: „Geh zum Pharao und sag ihm: ‚Gott, der Gott der Hebräer, lässt dir sagen: Lass mein Volk ziehen! Es soll mir dienen. Wenn du dich weigerst und es weiter festhältst, dann wird die Hand Gottes dein Vieh auf dem Feld treffen, die Pferde, die Esel und die Kamele, die Rinder und die Schafe, mit einer schweren Seuche. Aber Gott wird einen Unterschied machen zwischen dem Vieh der Israeliten und dem Vieh der Ägypter. Von allem, was den Israeliten gehört, wird kein einziges Tier sterben.‘“

Gott setzte auch eine Frist. „Morgen wird Gott dies im Land tun“, sagte er. Und am nächsten Morgen tat Gott es: Alles Vieh der Ägypter starb, aber vom Vieh der Israeliten starb nicht ein Tier.

Der Pharao schickte Leute hin, und wirklich, nicht ein einziges Tier der Israeliten war gestorben. Doch das Herz des Pharaos blieb hart, und er ließ das Volk nicht ziehen.

Da sagte Gott zu Mose und Aaron: „Nehmt euch beide Hände voll Ruß aus dem Brennofen. Mose soll ihn vor den Augen des Pharaos in die Luft werfen. Dann wird er als feiner Staub über ganz Ägypten fallen, und an Menschen und Vieh werden im ganzen Land böse Geschwüre aufbrechen.“

Mose und Aaron nahmen Ruß aus dem Ofen und traten vor den Pharao, und Mose warf ihn in die Luft. Da brachen an Menschen und Vieh böse, eitrige Geschwüre auf. Die Zauberer konnten wegen der Geschwüre nicht einmal vor Mose hintreten, denn sie hatten sie genauso am Leib wie alle anderen Ägypter. Aber Gott machte das Herz des Pharaos hart, und er hörte nicht auf Mose und Aaron, so wie Gott es zu Mose gesagt hatte.

Da sagte Gott zu Mose: „Steh morgen früh auf, tritt vor den Pharao und sag ihm: ‚Gott, der Gott der Hebräer, lässt dir sagen: Lass mein Volk ziehen! Es soll mir dienen. Diesmal schicke ich alle meine Plagen über dich selbst, über deine Diener und über dein Volk, damit du erkennst, dass mir niemand gleich ist auf der ganzen Erde.‘“

„Längst hätte ich meine Hand ausstrecken können“, ließ Gott dem Pharao sagen, „und dich und dein Volk mit der Pest schlagen, dann wärst du von der Erde verschwunden. Aber ich habe dich am Leben gelassen, damit du meine Macht siehst und mein Name auf der ganzen Erde bekannt wird. Noch immer trittst du mein Volk mit Füßen und willst es nicht ziehen lassen.“

„Morgen um diese Zeit will ich einen so schweren Hagel fallen lassen, wie es ihn in Ägypten noch nie gegeben hat, seit es besteht“, ließ Gott ihm sagen. „Darum schick jetzt Leute aus und bring dein Vieh und alles, was dir auf dem Feld gehört, in Sicherheit. Denn alle Menschen und alle Tiere, die auf dem Feld bleiben und nicht ins Haus gebracht werden, wird der Hagel erschlagen.“

Wer nun unter den Dienern des Pharaos das Wort Gottes fürchtete, der ließ seine Leute und sein Vieh schnell in die Häuser flüchten. Wer sich aber nicht um das Wort Gottes kümmerte, der ließ seine Leute und sein Vieh draußen auf dem Feld.

Da sagte Gott zu Mose: „Streck deine Hand zum Himmel aus, damit es in ganz Ägypten hagelt, auf Menschen und Vieh und auf alle Pflanzen auf dem Feld.“

Mose streckte seinen Stab zum Himmel aus, und Gott ließ es donnern und hageln, und Feuer schoss auf die Erde herab. Gott ließ Hagel über Ägypten niedergehen, Hagel und Feuer durcheinander, so schwer, wie es im ganzen Land noch nie gewesen war, seit dort Menschen lebten.

Der Hagel erschlug in ganz Ägypten alles, was auf dem Feld war, Menschen und Vieh. Er zerschlug alle Pflanzen auf dem Feld und zerbrach alle Bäume. Nur im Land Goschen, wo die Israeliten wohnten, hagelte es nicht.

Da ließ der Pharao Mose und Aaron rufen. „Diesmal habe ich Unrecht getan“, sagte er. „Gott ist im Recht, ich aber und mein Volk sind im Unrecht. Betet zu Gott, dass dieser Donner und dieser Hagel aufhören! Dann lasse ich euch ziehen, und ihr müsst nicht länger hierbleiben.“

„Sobald ich aus der Stadt hinauskomme“, sagte Mose, „will ich meine Hände zu Gott ausbreiten. Dann wird der Donner aufhören, und es wird nicht mehr hageln, damit du erkennst, dass die Erde Gott gehört. Ich weiß aber, dass du und deine Diener Gott noch immer nicht fürchtet.“

Zerschlagen waren der Flachs und die Gerste, denn die Gerste trug schon Ähren, und der Flachs hatte Knospen angesetzt. Weizen und Dinkel aber waren verschont geblieben, denn sie wachsen später.

Mose verließ den Pharao, ging zur Stadt hinaus und breitete seine Hände zu Gott aus. Da hörten Donner und Hagel auf, und auch der Regen strömte nicht mehr auf die Erde.

Als der Pharao sah, dass Regen, Hagel und Donner aufgehört hatten, tat er wieder Unrecht, und er und seine Diener verhärteten ihr Herz. Das Herz des Pharaos blieb hart, und er ließ die Israeliten nicht ziehen, so wie Gott es durch Mose gesagt hatte.

Da sagte Gott zu Mose: „Geh zum Pharao! Ich habe sein Herz und das Herz seiner Diener hart gemacht, damit ich diese meine Zeichen unter ihnen tun kann. Und du sollst deinen Kindern und Enkeln erzählen, was ich in Ägypten getan habe und welche Zeichen ich unter den Ägyptern vollbracht habe, damit ihr wisst, dass ich Gott bin.“

So gingen Mose und Aaron zum Pharao. „Gott, der Gott der Hebräer, fragt dich: Wie lange willst du dich noch weigern, dich vor mir zu beugen? Lass mein Volk ziehen! Es soll mir dienen. Wenn du dich weigerst, dann bringe ich morgen Heuschrecken in dein Land.“

„Sie werden den Boden so dicht bedecken, dass man ihn nicht mehr sehen kann“, sagten die beiden. „Sie werden alles fressen, was der Hagel euch übrig gelassen hat, und alle Bäume, die auf euren Feldern grünen. Sie werden deine Häuser füllen und die Häuser deiner Diener und aller Ägypter. So etwas haben deine Väter und Großväter nicht gesehen, seit sie auf der Erde leben, bis zum heutigen Tag.“ Dann drehte Mose sich um und ging vom Pharao hinaus.

Da sagten die Diener des Pharaos zu ihm: „Wie lange soll dieser Mann uns noch ins Unglück stürzen? Lass die Leute ziehen, damit sie Gott, ihrem Gott, dienen. Merkst du denn nicht, dass Ägypten zugrunde geht?“

Da holte man Mose und Aaron zum Pharao zurück. „Geht und dient Gott, eurem Gott!“, sagte er. „Aber wer soll denn alles mitgehen?“

„Wir gehen mit Jung und Alt“, sagte Mose, „mit unseren Söhnen und Töchtern, mit unseren Schafen und Rindern, denn wir feiern ein Fest für Gott.“

„Euer Gott sei mit euch, so wahr ich euch mitsamt euren Kindern ziehen lasse!“, spottete der Pharao. „Seht ihr nicht, dass ihr Böses im Sinn habt? Nein, so nicht! Ihr Männer könnt gehen und Gott dienen, das wolltet ihr ja.“ Und man jagte sie vom Pharao hinaus.

Da sagte Gott zu Mose: „Streck deine Hand über Ägypten aus, damit die Heuschrecken über das Land kommen und alle Pflanzen fressen, alles, was der Hagel übrig gelassen hat.“

Mose streckte seinen Stab über Ägypten aus, und Gott ließ einen Ostwind über das Land wehen, den ganzen Tag und die ganze Nacht. Am Morgen brachte der Ostwind die Heuschrecken. Sie fielen über ganz Ägypten her und ließen sich überall im Land nieder, so viele, wie es vorher noch nie gegeben hatte und nachher nie wieder geben wird.

Sie bedeckten den ganzen Boden, sodass das Land dunkel wurde. Alle Pflanzen fraßen sie auf und alle Früchte an den Bäumen, die der Hagel übrig gelassen hatte. In ganz Ägypten blieb nichts Grünes übrig, kein Blatt an den Bäumen und kein Halm auf dem Feld.

Da ließ der Pharao Mose und Aaron eilig rufen. „Ich habe Unrecht getan gegen Gott, euren Gott, und gegen euch“, sagte er. „Vergebt mir nur noch dieses eine Mal, und betet zu Gott, eurem Gott, dass er wenigstens diesen Tod von mir nimmt.“

Mose ging vom Pharao hinaus und betete zu Gott. Da drehte Gott den Wind, und ein sehr starker Westwind kam auf. Er hob die Heuschrecken hoch und warf sie ins Rote Meer. In ganz Ägypten blieb nicht eine einzige übrig. Aber Gott machte das Herz des Pharaos hart, und er ließ die Israeliten nicht ziehen.

Da sagte Gott zu Mose: „Streck deine Hand zum Himmel aus! Dann wird es in Ägypten so finster, dass man die Dunkelheit mit Händen greifen kann.“

Mose streckte seine Hand zum Himmel aus, und drei Tage lang lag eine tiefe Finsternis über ganz Ägypten. Niemand konnte den anderen sehen, und drei Tage lang stand niemand von seinem Platz auf. Bei den Israeliten aber war es hell in allen ihren Wohnungen.

Da rief der Pharao Mose zu sich. „Geht und dient Gott! Nur eure Schafe und Rinder lasst hier. Eure Kinder dürfen mit euch ziehen.“

„Du musst uns auch Tiere für die Opfer mitgeben, die wir Gott, unserem Gott, darbringen wollen“, sagte Mose. „Unser Vieh muss mit uns gehen, nicht eine Klaue darf zurückbleiben. Denn wir wissen nicht, womit wir Gott dienen sollen, bis wir dort angekommen sind.“

Aber Gott machte das Herz des Pharaos hart, und er wollte sie nicht ziehen lassen.

„Geh weg von mir!“, sagte der Pharao zu Mose. „Hüte dich, mir noch einmal unter die Augen zu treten! An dem Tag, an dem du wieder vor mir stehst, musst du sterben.“

„Wie du gesagt hast“, antwortete Mose. „Ich werde dir nicht mehr unter die Augen treten.“

Gott hatte zu Mose gesagt: „Noch eine Plage will ich über den Pharao und über Ägypten bringen. Danach wird er euch ziehen lassen, ja, er wird euch sogar fortjagen. Sag also dem Volk, dass jeder Mann von seinem Nachbarn und jede Frau von ihrer Nachbarin silberne und goldene Schmuckstücke erbitten soll.“

Und Gott ließ die Ägypter dem Volk wohlgesinnt sein. Auch Mose selbst stand in Ägypten in hohem Ansehen, bei den Dienern des Pharaos und beim ganzen Volk.

So sagte Mose zum Pharao: „Gott lässt dir sagen: Um Mitternacht will ich mitten durch Ägypten gehen. Dann wird jeder älteste Sohn in Ägypten sterben, vom ältesten Sohn des Pharaos, der auf seinem Thron sitzt, bis zum ältesten Sohn der Magd, die an der Handmühle das Korn mahlt, und auch jedes erstgeborene Tier beim Vieh. In ganz Ägypten wird ein lautes Schreien sein, wie es noch nie eines gegeben hat und nie wieder eines geben wird.“

„Bei den Israeliten aber wird nicht einmal ein Hund knurren“, fuhr Mose fort, „weder gegen Mensch noch gegen Vieh, damit ihr erkennt, dass Gott einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel. Dann werden alle deine Diener zu mir herunterkommen, sich vor mir niederwerfen und sagen: ‚Zieh fort, du und das ganze Volk, das dir folgt!‘ Danach werde ich gehen.“ Und voller Zorn ging Mose vom Pharao hinaus.

Gott hatte zu Mose gesagt: „Der Pharao wird nicht auf euch hören, damit noch mehr Wunder in Ägypten geschehen.“ Mose und Aaron hatten alle diese Wunder vor dem Pharao getan. Aber Gott hatte das Herz des Pharaos hart gemacht, und er ließ die Israeliten nicht aus seinem Land ziehen.

Noch in Ägypten sagte Gott zu Mose und Aaron: „Dieser Monat soll für euch der erste Monat sein, mit ihm soll euer Jahr beginnen. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tag dieses Monats soll sich jede Familie ein Lamm nehmen, ein Lamm für jedes Haus. Ist eine Familie zu klein für ein ganzes Lamm, dann soll sie es mit ihren nächsten Nachbarn teilen, so vielen, wie davon satt werden.“

„Das Lamm soll ohne Fehler sein, männlich und ein Jahr alt“, sagte Gott weiter. „Ihr dürft es von den Schafen oder von den Ziegen nehmen. Bis zum vierzehnten Tag des Monats sollt ihr es aufbewahren. Dann soll die ganze Gemeinde Israel ihre Lämmer in der Abenddämmerung schlachten. Nehmt etwas von dem Blut und streicht es an die beiden Türpfosten und oben an den Türbalken der Häuser, in denen ihr das Lamm esst.“

„Das Fleisch“, fuhr Gott fort, „sollt ihr noch in derselben Nacht essen, am Feuer gebraten, mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern. Esst nichts davon roh oder in Wasser gekocht, sondern alles am Feuer gebraten, mit Kopf, Beinen und Eingeweiden. Lasst nichts davon bis zum Morgen übrig. Was doch übrig bleibt, verbrennt im Feuer.“

„So sollt ihr es essen“, sagte Gott: „mit umgebundenem Gürtel, mit Schuhen an den Füßen und mit dem Wanderstab in der Hand. Esst es in Eile, denn es ist das Pessachfest für Gott. In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und töte jeden ältesten Sohn in Ägypten und jedes erstgeborene Tier beim Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, Gott.“

„Das Blut an euren Häusern aber soll ein Zeichen für euch sein“, sagte Gott. „Wenn ich das Blut sehe, gehe ich an euch vorüber, und das Verderben wird euch nicht treffen, wenn ich Ägypten schlage.“

„Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag halten“, sagte Gott. „Feiert ihn als Fest für Gott, ihr und alle eure Nachkommen, für alle Zeit. Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Gleich am ersten Tag schafft ihr den Sauerteig aus euren Häusern. Wer vom ersten bis zum siebten Tag gesäuertes Brot isst, der soll aus Israel ausgestoßen werden.“

„Am ersten und am siebten Tag sollt ihr euch zu einer heiligen Versammlung treffen“, sagte Gott weiter. „An diesen Tagen dürft ihr keine Arbeit tun, nur das Essen zubereiten, das jeder braucht. Haltet das Fest der ungesäuerten Brote, denn genau an diesem Tag habe ich eure Scharen aus Ägypten geführt. Darum sollt ihr diesen Tag halten, ihr und alle eure Nachkommen, für alle Zeit.“

„Vom Abend des vierzehnten Tages im ersten Monat bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages esst ihr ungesäuertes Brot“, sagte Gott. „Sieben Tage lang darf sich in euren Häusern kein Sauerteig finden. Wer gesäuertes Brot isst, sei er ein Fremder oder einer aus eurem Volk, soll aus der Gemeinde Israel ausgestoßen werden. Esst nichts Gesäuertes, nur ungesäuertes Brot, überall, wo ihr wohnt.“

Da rief Mose alle Ältesten Israels zusammen und sagte zu ihnen: „Sucht euch für eure Familien Lämmer aus und schlachtet das Pessachlamm. Nehmt ein Büschel Ysop, taucht es in das Blut in der Schale und bestreicht damit den Türbalken und die beiden Türpfosten. Bis zum Morgen darf keiner von euch aus seiner Haustür gehen.“

„Denn Gott wird durch das Land gehen, um die Ägypter zu schlagen“, sagte Mose. „Wenn er das Blut am Türbalken und an den beiden Pfosten sieht, wird er an der Tür vorübergehen und den Verderber nicht in eure Häuser lassen. Haltet diese Ordnung für alle Zeit, ihr und eure Kinder. Auch wenn ihr in das Land kommt, das Gott euch geben will, wie er es versprochen hat, sollt ihr diesen Brauch halten.“

„Und wenn eure Kinder euch fragen: ‚Was bedeutet dieser Brauch?‘“, sagte Mose weiter, „dann sollt ihr antworten: ‚Das ist das Pessachopfer für Gott. In Ägypten ging er an den Häusern der Israeliten vorüber, als er die Ägypter schlug, und unsere Häuser verschonte er.‘“

Da verneigte sich das Volk und betete. Die Israeliten gingen hin und taten alles genau so, wie Gott es Mose und Aaron befohlen hatte.

Um Mitternacht tötete Gott jeden ältesten Sohn in Ägypten, vom ältesten Sohn des Pharaos, der auf seinem Thron saß, bis zum ältesten Sohn des Gefangenen im Kerker, und auch jedes erstgeborene Tier beim Vieh.

Da standen der Pharao und alle seine Diener und alle Ägypter noch in derselben Nacht auf, und in ganz Ägypten erhob sich ein lautes Schreien. Denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter lag.

Noch in der Nacht ließ der Pharao Mose und Aaron rufen. „Macht euch auf und zieht weg aus meinem Volk, ihr und die Israeliten!“, sagte er. „Geht und dient Gott, wie ihr gesagt habt. Nehmt auch eure Schafe und Rinder mit, wie ihr verlangt habt, und geht! Und segnet auch mich.“

Die Ägypter drängten das Volk, so schnell wie möglich aus dem Land zu ziehen. „Sonst sind wir alle tot!“, sagten sie.

Da nahm das Volk den Brotteig mit, bevor er durchsäuert war. Sie wickelten die Backschüsseln in ihre Mäntel und trugen sie auf den Schultern. Die Israeliten hatten auch getan, was Mose ihnen gesagt hatte, und sich von den Ägyptern silberne und goldene Schmuckstücke und Kleider erbeten. Gott hatte dafür gesorgt, dass die Ägypter dem Volk wohlgesinnt waren und ihnen gaben, worum sie baten. So nahmen die Israeliten den Ägyptern ihren Reichtum ab.

So brachen die Israeliten von Ramses nach Sukkot auf, etwa sechshunderttausend Männer zu Fuß, die Kinder nicht mitgezählt. Auch viele fremde Leute zogen mit ihnen, dazu Schafe und Rinder, eine riesige Menge Vieh.

Aus dem Teig, den sie aus Ägypten mitgebracht hatten, backten sie ungesäuerte Fladen. Der Teig war nicht durchsäuert, denn sie waren aus Ägypten fortgejagt worden und hatten nicht warten können. Auch andere Vorräte für den Weg hatten sie nicht vorbereitet.

Vierhundertdreißig Jahre hatten die Israeliten in Ägypten gelebt. Genau an dem Tag, an dem die vierhundertdreißig Jahre um waren, zogen alle Scharen Gottes aus Ägypten fort. Darum ist diese Nacht eine Nacht, in der man für Gott wacht, weil er sie aus Ägypten herausgeführt hat. Die Israeliten sollen sie für Gott halten, sie und alle ihre Nachkommen.

Gott sagte zu Mose und Aaron: „Das ist die Ordnung für das Pessachfest: Kein Fremder darf davon essen. Ein Sklave, den jemand für Geld gekauft hat, darf davon essen, wenn er beschnitten ist. Ein Fremder, der nur bei euch wohnt, und ein Tagelöhner dürfen nicht davon essen. In einem einzigen Haus soll man das Lamm essen. Tragt nichts von dem Fleisch aus dem Haus hinaus, und zerbrecht ihm keinen Knochen. Die ganze Gemeinde Israel soll das Fest so feiern.“

„Wenn aber ein Fremder bei dir wohnt und für Gott das Pessachfest feiern will“, sagte Gott weiter, „dann soll jeder Mann und Junge in seinem Haus beschnitten werden. Dann darf er mitfeiern und gilt wie einer, der im Land geboren ist. Kein Unbeschnittener darf davon essen. Für den, der im Land geboren ist, und für den Fremden, der bei euch wohnt, gilt dasselbe Gesetz.“

Alle Israeliten taten, was Gott Mose und Aaron befohlen hatte. Und genau an diesem Tag führte Gott die Israeliten Schar um Schar aus Ägypten heraus.

Gott sagte zu Mose: „Weih mir alle Erstgeborenen. Was bei den Israeliten als Erstes aus dem Mutterleib kommt, bei Menschen und beim Vieh, das gehört mir.“

Da sagte Mose zum Volk: „Denkt an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten fortgezogen seid, aus dem Land, in dem ihr Sklaven wart. Mit starker Hand hat Gott euch von dort herausgeführt. Darum dürft ihr nichts Gesäuertes essen. Heute, im Monat Abib, zieht ihr aus.“

„Wenn Gott euch in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Hiwiter und Jebusiter bringt“, fuhr Mose fort, „das er euren Vätern versprochen hat, ein Land, in dem Milch und Honig fließen, dann sollt ihr in diesem Monat diesen Brauch halten. Sieben Tage lang esst ihr ungesäuertes Brot, und am siebten Tag ist ein Fest für Gott. Sieben Tage lang darf es bei euch kein gesäuertes Brot und keinen Sauerteig geben, nirgends in eurem ganzen Gebiet.“

„An diesem Tag sollt ihr euren Kindern erzählen“, sagte Mose: „‚Wir feiern das zur Erinnerung an das, was Gott für uns getan hat, als wir aus Ägypten zogen.‘ Das soll für euch sein wie ein Zeichen an eurer Hand und ein Erinnerungszeichen vor euren Augen, damit das Gesetz Gottes in eurem Mund bleibt. Denn mit starker Hand hat Gott euch aus Ägypten geführt. Haltet diese Ordnung Jahr für Jahr zur festgesetzten Zeit.“

„Wenn Gott euch in das Land der Kanaaniter gebracht hat“, sagte Mose weiter, „wie er es euch und euren Vätern geschworen hat, dann sollt ihr Gott alles geben, was als Erstes aus dem Mutterleib kommt. Auch jedes männliche Tier eures Viehs, das als Erstes geboren wird, gehört Gott. Jedes erstgeborene Eselsfohlen sollt ihr mit einem Schaf auslösen. Wenn ihr es nicht auslöst, müsst ihr ihm das Genick brechen. Jeden erstgeborenen Sohn unter euren Kindern aber sollt ihr auslösen.“

„Und wenn eure Kinder euch eines Tages fragen: ‚Was bedeutet das?‘“, sagte Mose, „dann sollt ihr ihnen antworten: ‚Mit starker Hand hat Gott uns aus Ägypten herausgeführt, aus dem Land, in dem wir Sklaven waren. Als der Pharao sich hartnäckig weigerte, uns ziehen zu lassen, tötete Gott in Ägypten alle Erstgeborenen, bei den Menschen und beim Vieh. Darum opfere ich Gott alles Männliche, das als Erstes aus dem Mutterleib kommt, und meine erstgeborenen Söhne löse ich aus.‘ Das soll ein Zeichen an eurer Hand und ein Erinnerungszeichen vor euren Augen sein, denn mit starker Hand hat Gott uns aus Ägypten geführt.“

Als der Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte Gott die Israeliten nicht auf der Straße durch das Land der Philister, obwohl das der kürzeste Weg gewesen wäre. Denn Gott dachte: „Wenn das Volk in einen Krieg gerät, tut es ihm vielleicht leid, und es kehrt nach Ägypten zurück.“

Darum ließ er das Volk einen Umweg machen, durch die Wüste zum Roten Meer hin. Gerüstet wie zum Kampf zogen die Israeliten aus Ägypten fort.

Mose nahm auch die Gebeine Josefs mit. Josef hatte die Israeliten nämlich schwören lassen: „Gott wird sich ganz gewiss um euch kümmern. Dann nehmt meine Gebeine von hier mit.“

Die Israeliten brachen von Sukkot auf und schlugen ihr Lager in Etam auf, am Rand der Wüste. Gott zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und in der Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. So konnten sie Tag und Nacht wandern. Nie wich am Tag die Wolkensäule und in der Nacht die Feuersäule von der Spitze des Volkes.

Gott sagte zu Mose: „Sag den Israeliten, sie sollen umkehren und vor Pi-Hahirot ihr Lager aufschlagen, zwischen Migdol und dem Meer, gegenüber von Baal-Zefon. Dort am Meer sollen sie lagern.“

„Der Pharao wird dann von den Israeliten denken: ‚Sie haben sich im Land verirrt, die Wüste hat sie eingeschlossen‘“, sagte Gott. „Und ich will sein Herz hart machen, damit er ihnen nachjagt. Dann will ich am Pharao und an seinem ganzen Heer meine Macht zeigen, und die Ägypter sollen erkennen, dass ich Gott bin.“ Und die Israeliten taten, wie Gott gesagt hatte.

Als dem König von Ägypten gemeldet wurde, dass das Volk geflohen war, änderten der Pharao und seine Diener ihre Meinung über das Volk. „Was haben wir da getan?“, sagten sie. „Wir haben die Israeliten ziehen lassen, und jetzt arbeiten sie nicht mehr für uns!“

Da ließ der Pharao seinen Streitwagen anspannen und nahm seine Krieger mit. Er nahm sechshundert auserlesene Streitwagen und dazu alle anderen Wagen Ägyptens, und über jeden setzte er Hauptleute. Gott machte das Herz des Pharaos, des Königs von Ägypten, hart, und er jagte den Israeliten nach. Die Israeliten aber zogen hocherhobenen Hauptes aus.

Die Ägypter jagten ihnen nach, mit allen Pferden und Streitwagen des Pharaos, mit seinen Reitern und seinem ganzen Heer. Bei Pi-Hahirot, gegenüber von Baal-Zefon, holten sie die Israeliten ein, die dort am Meer lagerten.

Als der Pharao näher kam, blickten die Israeliten auf und sahen, dass die Ägypter hinter ihnen herzogen. Da bekamen sie große Angst und schrien zu Gott.

Zu Mose aber sagten sie: „Gab es in Ägypten etwa nicht genug Gräber, dass du uns hergebracht hast, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan und uns aus Ägypten geführt? Haben wir dir nicht schon in Ägypten gesagt, du sollst uns in Ruhe lassen, wir wollen lieber den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.“

„Fürchtet euch nicht!“, sagte Mose zum Volk. „Bleibt stehen und seht zu, wie Gott euch heute rettet. Denn die Ägypter, die ihr heute seht, werdet ihr nie wieder sehen. Gott wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein.“

Gott aber sagte zu Mose: „Warum schreist du zu mir? Sag den Israeliten, dass sie weiterziehen sollen. Du aber heb deinen Stab hoch, streck deine Hand über das Meer aus und teile es, damit die Israeliten mitten hindurchgehen können, auf trockenem Boden.“

„Ich will das Herz der Ägypter hart machen, damit sie euch nachziehen“, sagte Gott. „Dann will ich am Pharao und an seinem ganzen Heer, an seinen Streitwagen und Reitern meine Macht zeigen. Und die Ägypter sollen erkennen, dass ich Gott bin, wenn ich am Pharao, an seinen Wagen und an seinen Reitern meine Macht gezeigt habe.“

Da zog die Wolkensäule, die vor dem Heer der Israeliten hergezogen war, von der Spitze fort und stellte sich hinter das Volk, zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Die Wolke war finster und erhellte doch die Nacht, und so kamen die beiden Heere die ganze Nacht nicht aneinander heran.

Dann streckte Mose seine Hand über das Meer aus. Da trieb Gott das Meer die ganze Nacht mit einem starken Ostwind zurück und machte den Meeresboden trocken. Die Wasser teilten sich, und die Israeliten gingen mitten durch das Meer, auf trockenem Boden. Rechts und links von ihnen stand das Wasser wie eine Mauer.

Die Ägypter verfolgten sie und zogen hinter ihnen her mitten ins Meer, alle Pferde des Pharaos, seine Streitwagen und seine Reiter. Als der Morgen graute, blickte Gott aus der Feuersäule und der Wolke auf das Heer der Ägypter und brachte es in Verwirrung. Er ließ die Räder von ihren Wagen abspringen, sodass die Wagen nur noch mühsam vorankamen.

„Lasst uns vor den Israeliten fliehen!“, riefen die Ägypter. „Gott kämpft für sie gegen Ägypten!“

Da sagte Gott zu Mose: „Streck deine Hand über das Meer aus, damit das Wasser zurückkehrt und über die Ägypter, über ihre Streitwagen und Reiter hereinbricht.“

Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und gegen Morgen kehrte das Meer an seinen Platz zurück. Die fliehenden Ägypter liefen den Fluten direkt entgegen, und Gott trieb sie mitten ins Meer hinein.

Das Wasser kam zurück und bedeckte die Streitwagen und die Reiter, das ganze Heer des Pharaos, das den Israeliten ins Meer gefolgt war. Nicht ein Einziger von ihnen blieb übrig.

Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer gegangen, und das Wasser hatte rechts und links von ihnen wie eine Mauer gestanden. So rettete Gott an diesem Tag Israel aus der Hand der Ägypter. Und die Israeliten sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen.

Als das Volk sah, mit welcher Macht Gott an den Ägyptern gehandelt hatte, fürchteten die Israeliten Gott, und sie glaubten an Gott und an seinen Diener Mose.

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## About this tale

„Mose“ ist kein Märchen, sondern eine Geschichte aus der Bibel. Sie steht in den Kapiteln 1 bis 14 des Buches Exodus, des zweiten Buches der Bibel, das die Lutherbibel „Das 2. Buch Mose“ nennt. Wer diese Kapitel aufgeschrieben hat, steht nirgends darin. Wir haben sie nach der Lutherbibel 1912 nacherzählt.

Wir erzählen in heutigem Deutsch, nicht in Luthers Sprache, von der Zeit, als Jakob mit seinen Söhnen nach Ägypten kam, bis zum Zug durch das Meer. Beide Fassungen dieser Seite stammen von uns: „Sanfter“ ist kürzer, „Original“ hält sich enger an die Kapitel und gibt etwa die Regeln für das Pessachfest ausführlicher wieder.

> Lass mein Volk ziehen! Es soll mir in der Wüste ein Fest feiern.
>
> 2. Mose 5,1, Lutherbibel 1912: Laß mein Volk ziehen, daß mir's ein Fest halte in der Wüste.

### Die Lutherbibel 1912 und unsere Nacherzählung

|  | Lutherbibel 1912 | Unsere Nacherzählung |
| --- | --- | --- |
| Die Hebammen | Siphra und Pua | Schifra und Pua |
| Der Fluss | „ins Wasser“, „am Ufer des Wassers“ | „in den Nil“, „am Ufer des Nils“ |
| Das Gefäß | „ein Kästlein von Rohr“ | „ein Körbchen aus Schilfrohr“ |
| Priester von Midian | erst Reguel, später Jethro | von Anfang an Jitro |
| Gottes Name | „ICH WERDE SEIN, DER ICH SEIN WERDE“ | „Ich bin, der ich bin“ |
| Das Meer | Schilfmeer | Rotes Meer |
| Beim Auszug | „sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Kinder“ | nur in „Sanfter“: „dazu die Frauen und Kinder“ |

### Was in unserer Nacherzählung geschieht

Eine Frau aus dem Stamm Levi versteckt ihren Sohn drei Monate lang und setzt ihn dann in einem Körbchen ins Schilf am Nil. Die Tochter des Pharaos findet ihn, seine Schwester holt die Mutter als Amme, und als der Junge größer ist, gibt ihm die Tochter des Pharaos den Namen Mose: „Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.“ Mose flieht nach Midian, heiratet Zippora und hört am Horeb Gott aus dem brennenden Dornbusch. Mit achtzig Jahren tritt er zusammen mit Aaron vor den Pharao. Es folgen die Plagen, vom Blut im Nil bis zu der Nacht, in der in Ägypten jeder älteste Sohn stirbt, dann der Auszug und der Weg durch das Meer. Kein Pharao trägt einen Namen; Ramses ist hier eine der Städte, die die Israeliten bauen müssen. Am Ende bedeckt das Meer das Heer des Pharaos; ob er selbst ertrinkt, bleibt offen.

Die sanftere Fassung ist kürzer, lässt aber die schweren Stellen nicht weg: den Befehl, die neugeborenen Jungen zu töten, den Ägypter, den Mose erschlägt, die Begegnung in der Herberge, bei der Zippora ihren Sohn beschneidet, den Tod der ältesten Söhne und das ertrinkende Heer. Jede dieser Stellen ist nur wenige Sätze lang, und es hilft, sie vor dem Vorlesen zu kennen.

### Josef davor, die Zehn Gebote danach

Das Buch Exodus setzt dort ein, wo die Geschichte Josefs in der Bibel aufhört. Nach dem Tod Josefs und seiner Brüder heißt es bei Luther: „Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wußte nichts von Joseph.“ Auch unser Text nennt Josef gleich im ersten Absatz. Bei uns erzählt „Josef und seine Brüder“ einen früheren Teil seiner Geschichte und endet dort, wo Jakob zu Josef ziehen will, um seinen Sohn vor dem eigenen Tod noch zu sehen; Josefs Tod kommt darin nicht vor.

Die Zehn Gebote gehören nicht zu dieser Geschichte. Sie stehen erst in Kapitel 20, und auch das Lied, das Mose und die Israeliten nach dem Zug durch das Meer singen, folgt erst in Kapitel 15. Unsere Nacherzählung hört mit Kapitel 14 auf: Das Volk fürchtet Gott und glaubt an ihn und an seinen Diener Mose.

Sources (claims checked against them on 2026-10-30):
- Das 2. Buch Mose (Exodus), Lutherbibel 1912, Kap. 1–14; Text deu1912 bei eBible.org, gemeinfrei [our source] (https://ebible.org/Scriptures/deu1912_readaloud.zip)
- Wikidata Q1290338 (https://www.wikidata.org/wiki/Q1290338)

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- Read online: https://talerie.com/de/maerchen/mose-original
- Characters: Aaron, Zippora
- Version: longer, more faithful retelling; the gentler retelling: https://talerie.com/de/maerchen/mose.md
- Also in: [English](https://talerie.com/en/tales/moses-original.md), [French](https://talerie.com/fr/contes/moise-original.md), [Spanish](https://talerie.com/es/cuentos/moises-original.md), [Portuguese](https://talerie.com/pt/contos/moises-original.md), [Czech](https://talerie.com/cs/pohadky/mojzis-original.md), [Polish](https://talerie.com/pl/bajki/mojzesz-i-wyjscie-z-egiptu-original.md)
- Wikidata: https://www.wikidata.org/wiki/Q1290338
- Source: Lutherbibel 1912 (eBible.org deu1912): 2. Mose 1–14 (https://ebible.org/Scriptures/deu1912_readaloud.zip)
- Public-domain basis: Talerie contemporary retelling (CC0 2026), based on: Lutherbibel 1912 (eBible.org deu1912): 2. Mose 1–14 — EU anonymous-work rule (+70 passed); translator Martin Luther died 1546 (+70 passed); revision published anonymously 1912 (+70 passed)
- License: CC0-1.0 (https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/)
