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Ein Wolf, über dessen Rücken und Kopf ein Schafspelz hängt, schleicht zwischen grasenden Schafen; oben am Hang lehnt der Hirte auf seinem Stab.

Der Wolf im Schafspelz

Äsop

1 Min. Lesezeit ab 5 Jahren

Ein Wolf hat es auf eine Herde Schafe abgesehen, doch niemand soll ihn beim Fressen erwischen. Im Schafspelz mischt er sich auf der Weide unter die Tiere und kommt am Abend mit ihnen in den Pferch.


Ein Wolf hatte es auf eine Herde Schafe abgesehen. Er wollte sie fressen, ohne dass ihn jemand dabei erwischte, und so beschloss er, sich zu verkleiden.

Er hüllte sich in einen Schafspelz und mischte sich unter die Schafe, während sie draußen auf der Weide grasten. Die Verkleidung war so gut, dass der Hirte nicht das Geringste merkte.

Am Abend trieb der Hirte die Herde in den Pferch und schloss das Gatter hinter ihr. Nun war auch der Wolf mit den Schafen eingesperrt.

Doch noch in derselben Nacht bekam der Hirte Lust auf Fleisch zum Abendessen. Er ging in den dunklen Pferch, um sich ein Schaf zu holen.

Nachts im Mondschein legt der Hirte am offenen Gatter die Hand auf den Schafspelz des Wolfs, unter dem die graue Schnauze hervorschaut; ringsum schlafen Schafe.

Dort griff er blind zu und packte den Wolf, den er für ein Schaf hielt. Auf der Stelle tötete er ihn mit seinem Messer.

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Nacherzählt von Talerie, Quelle: Aesop’s Fables: a new translation (wird in einem neuen Fenster geöffnet) Gemeinfrei