
Der Fuchs und der Storch
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Der Fuchs lädt den Storch ein und schleckt die Suppe aus, während der Storch mit seinem langen Schnabel nichts abbekommt. Ein paar Tage später steht das Essen beim Storch in einem hohen Krug, und am Ende schaut der Fuchs hungrig daneben zu, bis der Storch den Krug geleert hat.
Eines Tages lud der Fuchs den Storch zum Essen ein.
„Komm zu mir“, sagte der Fuchs. „Ich koche eine Suppe, wie du noch nie eine gegessen hast.“
Der Storch kam gern. Die Suppe stand schon bereit, in einer breiten, flachen Schüssel.
Der Fuchs machte sich gleich darüber her und schleckte mit großem Behagen.
Der Storch beugte sich über dieselbe Schüssel. Mit der Spitze seines langen Schnabels tippte er auf die Suppe, von der einen Seite und von der anderen, doch er bekam keinen einzigen Schluck ab.

Der Fuchs sah ihm dabei zu und fand es zum Lachen. Dann schleckte er die Schüssel aus, bis auf den letzten Tropfen.
Der Storch sagte kein Wort darüber. Er bedankte sich für die Einladung und flog hungrig nach Hause.
Ein paar Tage später kam der Storch wieder zum Fuchs.
„Jetzt bist du bei mir an der Reihe“, sagte der Storch. „Ich habe auch etwas gekocht.“
Dem Fuchs lief schon das Wasser im Maul zusammen, und er kam früher, als er sollte.
Der Storch hatte alles in einen hohen Krug mit langem, schmalem Hals gefüllt, und es duftete herrlich daraus. Der Storch schob seinen Schnabel mühelos hinein und ließ es sich schmecken.
Der Fuchs umkreiste den Krug und leckte am Hals. So sehr er sich auch mühte, er kam an keinen Tropfen heran.
Am Ende saß der Fuchs hungrig daneben und schaute zu, bis der Storch den Krug geleert hatte.
Nacherzählt von Talerie, Quelle: Aesop's Fables: a new translation (wird in einem neuen Fenster geöffnet)
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