
Der Fuchs und die Trauben
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Ein hungriger Fuchs springt dreimal nach schweren Trauben über einer Gartenmauer, ohne sie je zu erreichen. Beim Davongehen sagt er laut, er habe gedacht, die Trauben wären reif, sehe aber jetzt, dass sie ganz sauer seien.
An einem späten Nachmittag kam ein hungriger Fuchs an einer Gartenmauer vorbei. Über der Mauer rankte ein Weinstock an einem hohen Spalier aus Holz, und daran hingen schwere Trauben, die in der Abendsonne glänzten.
„Die sind reif“, sagte der Fuchs, und ihm lief das Wasser im Mund zusammen. Er ging ein paar Schritte zurück, nahm Anlauf und sprang. Die Trauben blieben, wo sie waren.
Er sprang ein zweites Mal, höher als zuvor, und streifte mit der Schnauze ein Blatt, mehr nicht. Beim dritten Mal sprang er, so hoch er nur konnte. Es fehlte nicht viel, aber es fehlte jedes Mal.
Niemand jagte ihn fort, und niemand sah ihm zu. Der Fuchs blieb stehen, schüttelte sich den Staub aus dem Fell und hob den Kopf. Dann ging er den Weg entlang davon, als wäre nichts gewesen. Hinter ihm hingen die Trauben noch genauso über der Mauer wie vorher, und am Horizont wurde der Himmel langsam orange.

„Ich dachte, die Trauben wären reif“, sagte er laut vor sich hin. „Jetzt sehe ich, dass sie ganz sauer sind.“
Nacherzählt von Talerie, Quelle: Aesop's Fables: a new translation (wird in einem neuen Fenster geöffnet)
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