
Der Bauer und die Schlange
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Mitten im Winter findet ein armer Bauer am Wegrand eine Schlange, die vor Kälte ganz starr ist. Er sieht genau, dass es eine Giftschlange ist. Trotzdem tut sie ihm leid.
Mitten im Winter, als der Boden hart gefroren war, ging ein armer Bauer einen Feldweg entlang. Da sah er am Wegrand eine Schlange liegen. Sie war so starr vor Kälte, dass sie sich nicht mehr rühren konnte.
Der Bauer sah sehr wohl, dass es eine Giftschlange war. Aber wie sie da lag, steif und hilflos im Frost, tat sie ihm leid.
Er hob sie auf, öffnete seinen Mantel und steckte sie darunter, dicht an seine Brust, damit sie sich an seinem Körper wärmen konnte.
Bald hatte die Wärme die Schlange wieder zum Leben erweckt. Doch kaum konnte sie sich regen, da wandte sie sich gegen ihren Retter und biss ihn. Das Gift war stark, und der Bauer musste sterben.

Als der arme Mann im Sterben lag, rief er: „Es geschieht mir recht! Das habe ich nun davon, dass ich Mitleid mit einem so bösen Tier hatte.“
Nacherzählt von Talerie, Quelle: Aesop’s Fables: a new translation (wird in einem neuen Fenster geöffnet) Gemeinfrei Diesen Text darfst du kopieren, bearbeiten und frei verwenden. Über einen Link zu Talerie freuen wir uns, nötig ist er nicht. CC0 1.0 (wird in einem neuen Fenster geöffnet)
