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Ein bärtiger Bauer mit geflicktem Hut kniet im Schnee unter kahlen Bäumen und hält eine reglose graue Schlange auf beiden Händen.

Der Bauer und die Schlange

Äsop

1 Min. Lesezeit ab 5 Jahren

Mitten im Winter findet ein armer Bauer am Wegrand eine Schlange, die vor Kälte ganz starr ist. Er sieht genau, dass es eine Giftschlange ist. Trotzdem tut sie ihm leid.


Mitten im Winter, als der Boden hart gefroren war, ging ein armer Bauer einen Feldweg entlang. Da sah er am Wegrand eine Schlange liegen. Sie war so starr vor Kälte, dass sie sich nicht mehr rühren konnte.

Der Bauer sah sehr wohl, dass es eine Giftschlange war. Aber wie sie da lag, steif und hilflos im Frost, tat sie ihm leid.

Er hob sie auf, öffnete seinen Mantel und steckte sie darunter, dicht an seine Brust, damit sie sich an seinem Körper wärmen konnte.

Bald hatte die Wärme die Schlange wieder zum Leben erweckt. Doch kaum konnte sie sich regen, da wandte sie sich gegen ihren Retter und biss ihn. Das Gift war stark, und der Bauer musste sterben.

Auf dem verschneiten Feldweg weicht der Bauer erschrocken zurück: Aus seinem offenen Mantel richtet sich die Schlange auf, ihr Kopf auf Höhe seines Gesichts.

Als der arme Mann im Sterben lag, rief er: „Es geschieht mir recht! Das habe ich nun davon, dass ich Mitleid mit einem so bösen Tier hatte.“

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Nacherzählt von Talerie, Quelle: Aesop’s Fables: a new translation (wird in einem neuen Fenster geöffnet) Gemeinfrei