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Aquarell eines älteren Mannes mit Glatze und dichtem grauem Schnurrbart im dunklen Gehrock, beide Hände auf einem Stock, hinter ihm Bücher und ein Fenster.

Carlo Collodi

1826–1890

Carlo Collodi (1826–1890) war Journalist und Satiriker in Florenz, und seinen Künstlernamen hat er sich von einem Dorf geliehen. Geboren wurde er als Carlo Lorenzini. Aus Collodi in der Toskana stammte seine Mutter, dort verbrachte er einen großen Teil seiner Kindheit bei der Großmutter, und ab 1860 unterschrieb er mit diesem Namen.

Man schickte ihn ins Priesterseminar, doch Priester wollte er nicht werden, und ab 1844 arbeitete er in einer Florentiner Buchhandlung. In den Unabhängigkeitskriegen zog er zweimal als Freiwilliger mit: 1848 mit den toskanischen Truppen, 1859 in der piemontesischen Kavallerie. Er gründete die Satirezeitung Il Lampione, die der Großherzog der Toskana verbieten ließ, und ließ ihr Lo Scaramuccia folgen. Zugleich prüfte er als Zensor im Staatsdienst Theaterstücke.

Zu den Kinderbüchern kam er über das Übersetzen. Von der Politik des geeinten Italien enttäuscht, übertrug er 1875 Perraults Märchen ins Italienische und schrieb danach die Giannettino-Schulbücher, in denen ein kleiner Taugenichts den Kindern das neue Land erklärt. Am 7. Juli 1881 begann im Giornale per i bambini die Storia di un burattino. Nach dem fünfzehnten Kapitel brach sie ab: Pinocchio hing an der Eiche, dem Tod überlassen. Das war als Schluss gedacht. Collodi schrieb dann doch weiter, im Januar 1883 war er fertig, und im Februar erschien das Buch mit sechsunddreißig Kapiteln in Florenz. Dass es eines der meistübersetzten Bücher der Welt wurde, hat er nicht mehr erlebt.

Märchen von Carlo Collodi

1 Märchen

  • Pinocchio

    15 Min. Lesezeitab 6 Jahren