
Der kleine Häwelmann
7 Min. Lesezeit ab 3 Jahren

Deutschland 1817–1888
Theodor Storm (1817–1888) stammte aus Husum und verdiente sein Geld als Anwalt und Richter. Sich selbst sah er zuerst als Lyriker, berühmt wurde er durch seine Novellen, von „Immensee“ bis zum „Schimmelreiter“, und man zählt ihn zum poetischen Realismus. Seine Heimatstadt heißt bis heute nach einem seiner Gedichte „die graue Stadt am Meer“.
Als er zur Welt kam, gehörte Husum zum Herzogtum Schleswig, das damals unter der dänischen Krone stand. Storm studierte Jura in Kiel und Berlin und war ab 1843 Anwalt in seiner Heimatstadt. In der Erhebung der Schleswig-Holsteiner gegen die dänische Herrschaft stand er auf ihrer Seite, und weil er keine Treueerklärung für den dänischen König unterschreiben wollte, verlor er 1852 seine Zulassung. 1853 ging er nach Preußen, zuerst an das Gericht in Potsdam, dann als Kreisrichter nach Heiligenstadt. Erst 1864, nach der Niederlage Dänemarks, holte ihn Husum als Landvogt zurück, später war er dort Amtsrichter. 1880 ließ er sich pensionieren und zog nach Hademarschen, wo seine späten Novellen entstanden.
„Der kleine Häwelmann“ schrieb Storm 1849 in Husum für seinen kleinen Sohn Hans, der im Januar 1848 geboren war. Das Märchen ist so erzählt, als spräche ein Vater zu seinem eigenen Kind, und in einem Brief vom Oktober 1850 nennt Storm den Jungen selbst so: „Dieser kleine Hävelmann“. Ein Vorname ist das nicht. Häwelmann sagte man damals in Schleswig-Holstein zu einem Hätschelkind, einem verwöhnten kleinen Kind.
Gedruckt wurde die Geschichte zuerst Ende 1849 in einem schleswig-holsteinischen Volksbuch für das Jahr 1850, als Buch dann 1851 in dem Band „Sommer-Geschichten und Lieder“. Storm hat sie danach noch zweimal überarbeitet, zuletzt 1868 für seine gesammelten Schriften. Andersen, den er früh gelesen hatte, ist vor allem in der ersten Fassung zu spüren. Um 1864 folgten drei längere Kunstmärchen: „Die Regentrude“, „Bulemanns Haus“ und „Der Spiegel des Cyprianus“.
1 Märchen

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