
Die drei kleinen Schweinchen
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Drei kleine Schweinchen bauen sich Häuser aus Stroh, Reisig und Ziegelsteinen, und der Wolf pustet die ersten beiden um. Das dritte Schweinchen ist ihm bei den Rüben, den Äpfeln und auf dem Jahrmarkt jedes Mal voraus, und als der Wolf durch den Schornstein steigt, hängt über dem Feuer schon der Topf voll Wasser.
Als Schweine ihre Reime sangenund Katzen auf dem Seile sprangen,als Hühner Sonntagshüte trugenund Kirchturmuhren dreizehn schlugen,da trug der Rabe einen Frackund alle Enten riefen: quak, quak, quak!
Es war einmal eine alte Schweinemutter, die hatte drei kleine Schweinchen. Weil das Futter im Stall nicht mehr für alle reichte, schickte sie die drei hinaus in die Welt, damit jedes sein Glück suchte.
Das erste Schweinchen traf einen Mann, der ein Bündel Stroh trug.
„Bitte, guter Mann, gib mir dein Stroh, damit ich mir ein Haus bauen kann.“
Der Mann gab ihm das Stroh, und das Schweinchen baute sich ein Haus daraus. Kaum war es fertig, kam ein Wolf den Weg herauf, klopfte an die Tür und rief:
„Schweinchen, Schweinchen, lass mich herein!“
„Nein, nein, bei den Borsten an meinem Kinn, nein, ich lasse dich nicht herein!“, antwortete das Schweinchen.
„Dann schnaube ich, dann puste ich, dann blase ich dein Haus um!“
Und er schnaubte und pustete, und das Strohhaus flog auseinander. Das kleine Schweinchen hat danach niemand mehr gesehen.

Das zweite Schweinchen traf einen Mann, der ein Bündel Reisig auf dem Rücken trug.
„Bitte, guter Mann, gib mir dein Reisig, damit ich mir ein Haus bauen kann.“
Der Mann gab ihm das Reisig, und das Schweinchen baute sich ein Haus. Bald darauf stand der Wolf vor der Tür.
„Schweinchen, Schweinchen, lass mich herein!“
„Nein, nein, bei den Borsten an meinem Kinn, nein, ich lasse dich nicht herein!“, rief das Schweinchen.
„Dann schnaube ich, dann puste ich, dann blase ich dein Haus um!“
Er schnaubte und pustete, er pustete und schnaubte, und beim letzten Mal fiel das Haus aus Reisig in sich zusammen. Auch dieses Schweinchen hat danach niemand mehr gesehen.
Das dritte Schweinchen traf einen Mann mit einem Karren voller Ziegelsteine.
„Bitte, guter Mann, gib mir deine Ziegelsteine, damit ich mir ein Haus bauen kann.“
Der Mann gab ihm die Steine, und das Schweinchen baute sich ein festes Haus mit dicken Mauern, einer starken Tür und einem breiten Schornstein. Und eines Tages stand auch hier der Wolf vor der Tür.
„Schweinchen, Schweinchen, lass mich herein!“
„Nein, nein, bei den Borsten an meinem Kinn, nein, ich lasse dich nicht herein!“, sagte das Schweinchen ganz ruhig.
„Dann schnaube ich, dann puste ich, dann blase ich dein Haus um!“
Er schnaubte und pustete, er pustete und schnaubte, er schnaubte so lange, bis ihm die Luft ausging. Das Haus aber stand so fest wie zuvor. Als der Wolf merkte, dass er mit Schnauben und Pusten nichts ausrichtete, versuchte er es mit Freundlichkeit.
„Schweinchen, ich weiß ein Feld mit den schönsten Rüben.“
„Wo denn?“, fragte das Schweinchen.
„Oben auf dem Acker vom Bauern Schmidt. Wenn du morgen früh bereit bist, hole ich dich ab, und wir holen uns welche fürs Mittagessen.“
„Einverstanden“, sagte das Schweinchen. „Um wie viel Uhr willst du gehen?“
„Um sechs.“
Das Schweinchen aber stand schon um fünf auf, lief zum Acker und saß mit seinen Rüben längst wieder daheim, als es um sechs an der Tür klopfte.
„Schweinchen, bist du bereit?“
„Bereit?“, rief das Schweinchen. „Ich war schon dort und bin wieder zurück. Ein ganzer Topf voll Rüben steht auf dem Herd.“
Der Wolf ärgerte sich sehr, dachte sich aber, dass er das Schweinchen schon noch überlisten werde, und kam am nächsten Tag wieder.
„Schweinchen, ich weiß einen Baum mit den süßesten Äpfeln.“
„Wo denn?“, fragte das Schweinchen.
„Unten im großen Obstgarten. Wenn du mich diesmal nicht hereinlegst, hole ich dich morgen um fünf ab.“
Am nächsten Morgen war das Schweinchen schon um vier auf den Beinen. Der Weg war weiter als der zum Rübenfeld, und auf den Baum musste es auch noch klettern, und so saß es noch oben in den Ästen, als es den Wolf kommen sah. Da wurde ihm angst und bange.

„Schweinchen, du bist vor mir da! Sind die Äpfel gut?“
„Sehr gut“, sagte das Schweinchen. „Ich werfe dir einen herunter.“
Und es warf den Apfel so weit, dass der Wolf ein ganzes Stück laufen musste, um ihn zu holen. In dieser Zeit sprang das Schweinchen vom Baum und lief nach Hause.
Am Tag darauf stand der Wolf schon wieder vor der Tür.
„Schweinchen, unten im Dorf ist heute Nachmittag Jahrmarkt. Kommst du mit?“
„Sehr gern“, sagte das Schweinchen. „Wann willst du losgehen?“
„Um drei.“
Wie immer machte sich das Schweinchen früher auf den Weg. Auf dem Jahrmarkt kaufte es ein Butterfass, und als es damit heimwärts ging, sah es den Wolf den Hügel heraufkommen. Vor Schreck wusste es nicht wohin, kletterte kurzerhand in das Fass und brachte es dabei ins Rollen. Das Fass rollte mit dem Schweinchen darin den ganzen Hügel hinunter. Dem Wolf jagte das große runde Ding solchen Schrecken ein, dass er kehrtmachte und ohne Jahrmarkt nach Hause lief. Am Abend ging er zum Haus des Schweinchens und erzählte, was ihm auf dem Hügel begegnet war.
„Ha, das war ich“, sagte das Schweinchen. „Ich war auf dem Jahrmarkt und habe ein Butterfass gekauft, und als ich dich kommen sah, bin ich hineingeklettert und den Hügel hinuntergerollt.“

Jetzt wurde der Wolf richtig zornig. „Dich kriege ich doch noch!“, rief er. „Und wenn ich durch den Schornstein steigen muss!“ Das Schweinchen hörte ihn oben auf dem Dach und wusste sofort, was zu tun war. Es hängte den großen Topf voll Wasser über das Feuer, schürte die Flammen und nahm den Deckel ab, gerade als der Wolf im Schornstein herunterkam. Plumps, da fiel der Wolf in den Topf, und das Schweinchen legte den Deckel im selben Augenblick wieder darauf. Das war das Ende des Wolfs.
Von diesem Tag an lebte das kleine Schweinchen ruhig und zufrieden in seinem festen Haus aus Ziegelsteinen, und nie wieder klopfte ein Wolf an seine Tür.
Nacherzählt von Talerie, Quelle: English Fairy Tales (wird in einem neuen Fenster geöffnet)
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